Rastede - „Gespräche mit Menschen, die nicht aus dem eigenen Umfeld stammen, sind oft sehr hilfreich“, weiß Familienpatin Nadine Daries aus eigener Erfahrung. Die 35-Jährige hat sich vor rund zwei Jahren zur Familienpatin ausbilden lassen. Familien- und Elternpaten geben Hilfestellung in verschiedenen Lebenslagen, sei es bei Erziehungsfragen, Hilfe mit Amtsdokumenten, bei Sprachbarrieren, oder ermöglichen Auszeiten für Alleinerziehende oder bei Eltern von Mehrlingsgeburten, sagt Daries.
Schön seien die menschlichen Begegnungen, sagt sie: „Man lernt neue Menschen kennen, aber auch, selbst Dinge neu oder anders zu sehen. Meine Begegnungen waren immer nett und eine Bereicherung, auch für mich“, erzählt die 35-jährige Rastederin. Sie hat selbst zwei Kinder im Alter von zwölf und neun Jahren. „Deshalb kann ich Eltern, die Schwierigkeiten mit kleinen Kindern haben, sehr gut verstehen. Die Probleme habe ich wahrscheinlich selbst schon einmal gehabt“, sagt Daries.
Wie viel Zeit die Familienpaten investieren möchten, können sie selbst bestimmten, versichert Anne Ahlers-Bolting vom Familienservicebüro Rastede. Die ehrenamtliche Hilfe werde individuell auf die Paten und den Bedarf der zu betreuenden Familie abgestimmt, erklärt sie.
Daries hat inzwischen eine Familie aus Rastede und eine Familie aus Wiefelstede betreut. Wichtig sei, dass die Hilfe nur für einen begrenzten Zeitraum gedacht ist, macht Sigrid Lemp vom Familienservicebüro Wiefelstede deutlich. „Es soll eine Hilfe zur Selbsthilfe sein, keine jahrelange Unterstützung“, sagt sie. Natürlich lernen Paten und Familien sich mit der Zeit näher kennen, aber man müsse sich abgrenzen können.
Bei schwerwiegenden Problemen in den Familien werden auch die Paten nicht allein gelassen. Für sie gibt es Ansprechpartner und verschiedene Stellen, an die sie die Familien verweisen können. „Aber das lernt man alles in dem Vorbereitungskurs“, sagt Daries aus Erfahrung.
Sie habe damals über ein Faltblatt von den Familienpaten und der entsprechenden Fortbildung erfahren. Sie sei schon immer am sozialen Bereich interessiert gewesen, studiere mittlerweile Pädagogik an einer Fernuniversität, erzählt sie. Für sie sei es eine Überzeugungssache, anderen Menschen zu helfen und dies sei eine einfache Möglichkeit, mit wenigen Mitteln etwas anzustoßen, sagt sie.
Wer mehr über das Ehrenamt der Familienpaten erfahren möchte, kann dies beim nächsten Infoabend am Donnerstag, 10. September, um 19 Uhr in der KVHS Rastede. Ein neuer Kursus für Familienpaten startet dann am Donnerstag, 24. September, um 19 Uhr in der KVHS.
