FEDDERWARDERSIEL - Das Praktikum von Petra Huge kam im absolut richtigen Augenblick. Das meint Museumsleiterin Gabriele Speckels. Derzeit überarbeiten die Chefin des Fedderwardersieler Nationalparkhauses und ihre Mitarbeiter das pädagogische Konzept des Museums. Es soll vor allem für Kinder verbessert werden. Und da war Petra Huge eine besonders große Hilfe.
Nur alle fünf Jahre bekommt das Museum in Fedderwardersiel eine dreimonatige Praktikumsstelle durch „Europarc Deutschland“ zugewiesen. Mit diesem Projekt will der Dachverband der Schutzgebiete in Europa beiden Seiten helfen: auf der einen Seite profitieren die Studierenden und natürlich profitieren die Schutzparks und -Gesellschaften von gut ausgebildeten Praktikanten. Gefördert wird diese Praxisbörse von der Commerzbank Deutschland.
Mit der Praktikantin Petra Huge hat das Nationalparkhaus gleich mehrfach Glück gehabt, freut sich Leiterin Speckels. Sie hat sehr wertvolle und nachhaltige Arbeit geleistet. So hat die 27-jährige gebürtige Osnabrückerin in den drei Monaten zwei unterschiedliche Projekte für Schulklassen selber entwickelt.
Im ersten Projekt werden Lebensraum und Anatomie der Muschel erklärt und warum das Wattenmeer die Muschel dringend wegen ihrer Wasserreinigung braucht. Neben einer Einführung im Museum geht es für die jungen Schüler dann ins Labor, wo bei drei Experimenten eigene Erfahrungen mit Muscheln gemacht werden können.
Wie gut dieses Angebot bei Schülern ankommt, zeigte der Besuch der vierten Klasse der Boitwarder Grundschule mit 19 Schülern im Nationalparkhaus. Begeistert und wissbegierig drängelten sich die Schüler um die Gefäße, Schaukarten, Mikroskope und Kartons. Dabei sollen sie nicht nur sehen, sondern in dem Konzept von Petra Huge ist auch ganz wichtig, dass die Schüler auch anfassen und lernen.
Einen Schritt voraus ist das neue Angebot im Museum schon den aktuellen Lehrplänen der Grundschulen.
Als zweites Projekt für etwas ältere Schüler hat die angehende Diplom-Umwelttechnikerin einen Rundgang auf dem Entdeckungspfad auf dem Langwarder Deich ausgearbeitet. Er soll den Teilnehmern direkt und ungeschönt vor Augen führen, was mit dem Müll passiert, den vielleicht sie oder ihre Eltern unachtsam in die Natur werfen.
Petra Huge hat Karteikarten mit den verschiedenen Müllarten ausgearbeitet. Von der Zigarettenkippe bis hin zur Getränkedose steht da nachzulesen, wie lange es braucht, bis dieser Müller verrottet ist und wie er bis dahin die Umwelt schädigt.
Diese beiden neuen Angebote sollen nun als Vorlage dienen für Gästeführer, die ab dem kommenden Jahr Besucher durch die beiden Projekte begleiten.
Somit wird die Arbeit von Petra Huge im Museum weiterleben, auch wenn sie nun ihr Diplom an der Uni Bremen schreiben wird.
Zum Abschluss gab es noch ein dickes Lob von Gabriele Speckels: „Frau Huge war eine sehr gute Praktikantin und wir sind glücklich und dankbar, dass sie uns so geholfen hat. Vor allem bei der Umweltpädagogik und den pädagogischen Angeboten war sie eine sehr große Hilfe in der stressigen Zeit der Umstrukturierung“.
