Oldenburg - Der Blick geht stets gen Himmel – und wird ein bisschen traurig, wenn dort Wolken die Sicht versperren: Für die Hobbyastronomen der Oldenburger Sternfreunde gibt es nichts Faszinierenderes, als das Weltall zu beobachten. Am Sonnabend zeigten sie beim 9. Oldenburger Astronomietag im PFL, womit sie sich beschäftigen.
Wobei einer der Programmpunkte eben wegen des wolkenverhangenen Himmels nicht klappte. Die Beobachtung von Sonne, Mond, Jupiter und Venus, die normalerweise bei Tag möglich ist, fiel wegen fehlender Sicht aus. Da nutzten auch die besten Teleskope nichts. Also blieb es bei Fachsimpeleien über die verschiedenen Geräte. Was diese bei klarem Himmel leisten können, war immerhin auf zahlreichen Fotografien von Mond, Mars oder weit entfernten Nebeln zu sehen.
Lange Belichtungszeit
Dass die Technik zur Sternbeobachtung allerdings nicht hochkomplex sein muss, zeigte Rolf Glöckner. „Ich bin ja faul“, scherzte er. Darum benutzt er eine normale Spiegelreflexkamera auf einem Stativ, wobei ein Spezialgerät automatisch die Erddrehung ausgleicht. Per Langzeitbelichtung kann er auf diese Weise eindrucksvolle Aufnahmen vom Sternenhimmel machen – aber auch von den Lichtemissionen der modernen Zivilisation.
Welche Sterne am Firmament leuchten und warum sie das überhaupt tun, das erklärten die Sternfreunde bei verschiedenen Vorträgen. Dabei ging es um den Lebenszyklus von Sonnen, um sagenumwobene Sternbilder oder auch um Raketenantriebe. Die Vereinsmitglieder bringen jeweils unterschiedliche Spezialgebiete mit ein.
Christoph Jansen beispielsweise ist Chemiker und erklärte unter anderem die Entwicklung von Sternen bis hin zu seinem Ende als Weißer Zwerg. „So wird unsere Sonne auch irgendwann ihr Leben beenden.“
Seine Frau Nicole Jansen hatte Kinderbücher mitgebracht. Denn als Lehrerin der Grundschule am Wiesengrund in Bad Zwischenahn weiß sie ganz genau, wie gut die Astronomie beim Nachwuchs ankommt. „Da sieht man immer wieder den Glanz in den Augen.“ Das zeigten auch die Ferienpassaktionen der Sternfreunde.
Schlechte Sicht
All diese Erfahrung nützt nichts, wenn das Wetter nicht mitspielt: Der Beobachtungsabend am Sonnabend auf der Dobbenwiese musste wegen schlechter Sicht ausfallen. Doch irgendwann, das ist sicher, sind die Wolken verschwunden. Dann richtet sich der Blick der Sternfreunde wieder gen Himmel.
