Ganderkesee - Noch schnell einen Zug an der Zigarette nehmen und dann zurück in den Klassenraum: Dieses Bild gehört auch in der Gemeinde Ganderkesee immer seltener zum Schulalltag. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, benannte bei der Eröffnung der Jugend-Film-Tage in Magdeburg einen erfreulichen Trend. Die Anzahl der rauchenden 12- bis 17-Jährigen ist von 2001 bis 2014 von 18 auf 10 Prozent zurückgegangen.

Auch in der Gemeinde Ganderkesee sind rauchende Jugendliche die Seltenheit. „Ich merke diesen Trend schon sehr deutlich. Immer weniger Jugendliche greifen zur Zigarette“, erklärt Maria Rüschendorf, Suchtpräventionsberaterin der Fachstelle Sucht der Diakonie im Landkreis Oldenburg. Es herrsche unter den Jugendlichen ein viel größeres Gesundheitsbewusstsein als noch vor zehn Jahren. „Fit und gesund zu sein, ist heute viel stärker im Trend als zu rauchen“, sagt Rüschendorf. Natürlich spielten auch die Nichtrauchergesetze und der höhere Preis für Zigaretten eine Rolle. „In unserer Gesellschaft ist nur ein Drittel der Bevölkerung Raucher. Deshalb gilt es, die anderen zwei Drittel, besonders Kinder und Jugendliche, vor den Gefahren des Rauchens zu schützen“, führt Maria Rüschendorf weiter aus.

Vor allem in Schulen hat sich viel getan. Seit dem 1. August 2005 sind rauchfreie Schulen im Landesnichtraucherschutzgesetz fest verankert. Darauf verweist auch die Schulleiterin des Gymnasiums Ganderkesee, Dr. Renate Richter: „In der Schule herrscht ein generelles Rauchverbot.“ Es gebe aber noch Schüler, die das Schulgelände unerlaubterweise zum Rauchen verlassen würden.

Einen rückläufigen Trend bei rauchenden Jugendlichen erleben auch die Jugendzentren. Matthias Heil vom Jugendzentrum „Trend“ in Ganderkesee würde sich nicht über eine sinkende Tendenz wundern. Es hänge jedoch stark von den einzelnen Jugendlichen ab. Hannes Drygala vom Jugendzentrum „Kaffeepott“ in Bookholzberg lobt besonders die bessere Präventionsarbeit in Schulen und sozialen Einrichtungen.