Wildeshausen - „Wir müssen da was tun“, sagte Gerd Laing vor der Widukindhalle. Der Lehrer der Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen sprach auf dem Schulhof und damit vor der Halle zwei Flüchtlinge an und fragte sie auf Englisch, ob sie Interesse hätten, in seinen Unterricht zu kommen und von ihrem Schicksal zu erzählen. Die beiden Männer stimmten spontan zu und folgten Gerd Laing in die Schule.
„Im Kollegium wird überlegt, wie wir uns engagieren können, wo doch 100 Flüchtlinge in der Sporthalle und damit direkt auf unserem Schulgelände wohnen“, sagte Direktor Gerhard Albers am Montag, dem ersten Unterrichtstag nach den Ferien. In diesem Schuljahr würden 50 Flüchtlinge aus dem Landkreis an den BBS unterrichtet.
Die BBS arbeiteten auch an einem Konzept für den Sportunterricht; denn die Halle werde auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen. In dieser Woche falle der Sportunterricht, der in der Halle stattfinden sollte, aus. Hier und da werde Sporttheorie unterrichtet. Die BBS prüften, ob weitere Kooperationen mit Fitness-Centern arrangiert werden können oder andernorts Hallenzeiten frei sind.
Auch die Hauptschule und das Gymnasium müssen sich Alternativen überlegen, da ihre Halle an der Humboldt-straße ebenfalls als Flüchtlingsquartier gebraucht wird. „Wenn möglich, gehen wir mit den Schülern nach draußen“, sagte Hauptschulrektorin Dorit Hielscher. „Bewegung und Austoben ist für unsere Schüler wichtig.“ Aber auch drinnen werde nach Möglichkeiten gesucht. Die AG-Zeiten in der Sporthalle an der Realschule gebe es weiterhin.
Das benachbarte Gymnasium kann bereits von diesem Dienstag an wieder den Musiktrakt komplett nutzen. Die Registrierung und die medizinische Untersuchung wurden in zwei Klassenräume des T-Trakts an der Sporthalle verlegt. Bislang waren dort die Kleiderkammer und ein Lager untergebracht. Dieses Material wandert nun in zwei Container. Die beiden achten Klassen, die normalerweise im T-Trakt unterrichtet werden, sind im Hauptgebäude untergekommen, berichtete der stellvertretende Direktor Karsten Sudholz. Die beiden Computerräume im T-Takt würden weiter genutzt. Dadurch komme es zu Begegnungen zwischen Schülern und Flüchtlingen. „Das ist überhaupt kein Problem. Das funktioniert gut“, so Sudholz. Für die Schüler gebe es auch trotz des Essenszeltes neben der Sporthalle noch ausreichend Fläche für die Pausen. Auf dem Hartplatz würden Schüler und Flüchtlinge Fußball spielen.
An diesem Dienstag in der Dienstbesprechung des Gymnasiums wollen die Lehrer darüber sprechen, was die Schule für die Flüchtlinge tun kann. Auch der neue Schulelternrat will sich nach Auskunft von Karsten Sudholz einbringen.
