Bewerben noch möglich
Das FÖJ
(Freiwilliges Ökologisches Jahr) ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr für junge Menschen von 16 bis 27 Jahren. Es dauert vom 1. September bis zum 31. August. Teilnehmer erhalten ein Taschengeld (hier: 235 Euro je Monat). Das RUZ Hollen bietet ab 1. September 2008 einen FÖJ-Platz an.Bewerbungen an: RUZ Hollen, Holler Weg 33, 27777 Ganderkesee ( 04223/9 50 56).
Selbstbewusster, selbstständiger und reifer sei sie im „FÖJ“ geworden, sagt Jennifer Heidmann. Ihr Job hat auch Auswirkungen auf die Wohngemeinschaft daheim.
Hollen/kk Jennifer Heidmann hat die Worte ihres Vaters noch im Ohr. „Du verschwendest ein Jahr“, hatte er gemahnt, als sie am 1. September 2007 ein „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ (FÖJ) im Umweltzentrum Hollen begann. Auch Jennifer selbst hatte Zweifel, doch die sind mittlerweile verflogen: „Das würde ich immer wieder machen“, empfiehlt die 22-Jährige das Nachahmen.
Die Oldenburgerin hatte sich für ein FÖJ entschieden, weil sie „eine Pause brauchte“, um sich klar darüber zu werden, welche Richtung sie nach dem Abi einschlagen wollte. Das weiß sie mittlerweile (sie will Lehrerin werden, alternativ läuft eine Bewerbung zur Mediengestalterin). Aber das Jahr, so sagt sie, sei viel mehr als nur eine lange Zeit der Orientierung.
Durch die Begleitung der RUZ-Seminare zum Beispiel zur gesunden Ernährung, durch die Betreuung von Schulklassen und auch durch Büroarbeit mit Telefondienst sei sie „selbstbewusster geworden“, „reifer“. Im RUZ könne sie kreativ arbeiten (so hat die 22-Jährige Gruß-Rezept-Karten erstellt), sei auch in Teamarbeit gefordert („hier muss sehr viel aufeinander abgestimmt werden“). Allerdings: „Kräftezehrend“ sei der Job schon. „Ich bin k.o., wenn ich nach Hause komme.“
Die Arbeit im RUZ hatte übrigens nicht nur Auswirkungen auf die 22-Jährige selbst, sondern auch auf ihre dreiköpfige Wohngemeinschaft. Sie gehöre ja „zur Fast-Food-Generation“, räumt Jennifer schmunzelnd ein. Entsprechend habe das WG-Essen früher weitgehend aus Pizza und anderer Tiefkühlkost bestanden. Doch im RUZ habe sie kochen gelernt – mit der Folge, dass in der WG jetzt selbst gekochtes, gesundes Essen auf den Tisch kommt. Das sei oft auch finanziell günstiger, weiß die FÖJlerin: „Wir haben das hier mit Schülern mal durchgerechnet.“
Das Klima im RUZ sei sehr gut, es gehe familiär zu, wirbt Jennifer. Oft sei selbstständiges Arbeiten gefragt. Als Bereicherung empfindet sie die obligatorischen Seminare, bei denen man sich mit anderen, in der Region tätigen FÖJlern austauschen könne.
Übrigens: Auch Jennifers Eltern sehen das FÖJ heute in positivem Licht. Dazu, so meint die 22-jährige verschmitzt, habe vielleicht auch ein wenig ihr Weihnachtsgeschenk beigetragen: Weil sie ja nun kochen kann, hatte sie ihren Eltern ein Drei-Gänge-Menü serviert.
