Nordenham - Es gibt Schüler, die Albträume bekommen, wenn sie nur an die nächste Chemie-Stunde denken. Für Christopher Stieglitz und Fabian Reimers gilt das nicht. Im Gegenteil. Die beiden 18-Jährigen, die das Nordenhamer Gymnasium besuchen, haben sich für den Chemie-Leistungskurs entschieden. Darüber hinaus forschen sie. Und dafür sind sie jetzt belohnt worden. Beim Regionalentscheid des Schülerwettbewerbs „Jugend forscht“ in Emden haben sie den dritten Platz erreicht.

Die beiden Gymnasiasten haben sich die Frage gestellt, welchen Einfluss Kupfer auf die Umwelt hat. Bekannt ist, dass Kupfer zu den essenziellen Spurenelementen gehört, also zu den Stoffen, die der Mensch braucht, um leben zu können. Bekannt ist aber auch, dass Kupfer-Ionen ab einer bestimmten Konzentration schädlich wirken.

Christopher Stieglitz und Fabian Reimers haben mit einem Gegenstand experimentiert, der an vielen Häusern zu finden ist: einer Regerinne aus Kupfer. Sie haben Leitungswasser durchfließen lassen. Anschließend haben sie mit Regenwasser experimentiert, oder besser gesagt: Sie haben dem Leitungswasser Substanzen hinzugefügt, die unter bestimmten Bedingungen im Regenwasser vorkommen: zum Beispiel Salz aus den Meeren und Ammoniak, das in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt wird. Festgestellt haben die beiden Schüler, dass durch das Ammoniak mehr Kupfer-Ionen freigesetzt werden.

Anschließend haben Christopher Stieglitz und Fabian Reimers mit Fadenalgen gearbeitet. Sie wollten wissen, wie sich bestimmte Kupferkonzentrationen im Wasser auf deren Wachstum auswirken. Den selben Versuch haben sie mit Mikroorganismen aus einer Bodenprobe gemacht.

Ein Jahr lang haben die beiden Schüler geforscht. Unterstützung haben sie dabei von ihrer Lehrerin Cornelia Elsen bekommen, die am Gymnasium die „Jugend-forscht“-AG leitet. Profitiert haben die beiden Elftklässler zudem von der Vorarbeit eines Schülers, der sich bereits mit dem Thema beschäftigt hatte.

Als Belohnung für die Forschungsarbeit gab es 50 Euro und eine Urkunde. Die beiden Schüler wollen nun auf ihrem Gebiet weiterforschen. „Wir wollen es jetzt wissen. Wenn einen ein Thema einmal gepackt, dann kann man nicht mehr loslassen“, sagt Christopher Stieglitz. Und auch Fabian Reimers hat der Ehrgeiz gepackt: „Vielleicht schaffen wir es ja im nächsten Jahr auf den ersten Platz.“

Zum Glück gibt es noch viele offenen Fragen, um die sich die Beiden kümmern können. Sie wissen nämlich noch nicht, wie sich der Kupfergehalt im Wasser auswirkt, wenn man damit die Blumen oder das Gemüsebeet gießt.