Landkreis/Jena - Die Graf-Anton-Günther-Schule hat den Schulpreis beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ verliehen bekommen. Dr. Nico Koch, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung „Jugend forscht“ überreichte den mit 1000 Euro dotierten Preis. Stellvertretend nahm Schulleiter Wolfgang Schoedel in Jena die Auszeichnung für das Oldenburger Landkreisgymnasium entgegen.

Die Schule ist eine von nur sieben niedersächsischen und insgesamt 82 deutschen Preisträgerschulen, die für ihr Engagement bei der Förderung MINT-talentierter Schüler mit einem Preis bei „Jugend forscht“ ausgezeichnet worden ist. Wettbewerbsleiter und Jury bewerteten neben der Anzahl vor allem die Qualität der von Schülern in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) entwickelten und öffentlich präsentierten Forschungsprojekte. Beurteilt wurde auch die Förderkultur der Schulen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich und der Stellenwert, den der Wettbewerb Jugend forscht dort einnimmt.

Seit 1965 – damals gab es 244 eingesandte Forschungsprojekte – haben mehr als 235 000 Jugendliche bei „Jugend experimentiert“ (bis 14 Jahre) oder „Jugend forscht“ (15 bis 21 Jahre) teilgenommen. Mittlerweile machen jährlich mehr als 11 000 Kinder und Jugendliche mit. Das Modell des „außerunterrichtlichen Lernens“ werde offenbar zunehmend attraktiver, so Schulleiter Schoedel. 50 Jahre nach dem Start des von Henri Nannen initiierten Modells engagieren sich freiwillig und oft ehrenamtlich mehr als 5000 Pädagogen, über 250 Patenunternehmen und zahlreiche betriebliche Ausbilder, damit die Heranwachsenden ihre Ideen umsetzen können.

„Neun von zehn erfolgreichen Teilnehmern“, so betonen Dr. Kock und die thüringische Umweltministerin Anja Siegesmund, „studieren später ein MINT-Fach.“ Deutschland brauche „eine intakte Natur“ und „kluge Köpfe“, die diese bewahrten, indem sie naturwissenschaftliche und technische Berufe erlernten und ihr Wissen auch zum „Schutz der Natur“ einsetzten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten Eltern, Lehrer und außerschulische Partner möglichst frühzeitig die allen Kindern inne wohnenden Begabungen und ihren „Mut zu Neugier“ frühzeitig und konsequent unterstützen, so Siegesmund.

GAG-Schulleiter Wolfgang Schoedel ist sich sicher, dass es sich nicht nur für die Schule, sondern die gesamte Gesellschaft lohnt, wenn diese „die völlig unbefangene Neugier und die zumindest anfangs noch ungebändigte Kraft der Jugendlichen einfach zulässt.“ Auch wenn viele Forschungsfragen anfangs vielleicht merkwürdig erschienen und an die älteren Generationen gerichtete Fragen zum ressourcenschonenden Umgang mit Energie unbequem seien.

Als eines der größten niedersächsischen Gymnasien habe die Graf-Anton-Günther-Schule natürlich besonders viele Möglichkeiten, so Schoedel. „Doch auch wir können die Pferde nur satteln, Reiten müssen die Schülerinnen und Schüler dann schon selbst.“ Die 1000 Euro sollen nach Angaben des Schulleiters in den Aufbau eines regionalen MINT-Netzwerks, vor allem aber in die weitere Jugend-forscht-Arbeit der GAG gesteckt werden.