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Pädagogik Fortbildung schärft die Sinne

Wiefelstede - Schüler gemeinsam gleichberechtigt und barrierefrei zu unterrichten, unabhängig von ihrer Herkunft, ihren Fähigkeiten, Handicaps oder Verhaltensmustern: Darum geht es bei dem pädagogischen Ansatz der Inklusion. Um konkrete Arbeitskonzepte für die zum Schuljahr 2013/ 2014 in Niedersachsen eingeführte „inklusive Schule“ (1. und 5. Klasse aufsteigend) zu entwickeln, fand an der Oberschule Wiefelstede am Mittwoch eine Lehrerfortbildung zum Thema „Unterrichtsentwicklung in der inklusiven Schule“ statt. Die Schüler bekamen frei.

In vier Arbeitsgruppen zu den Schwerpunkten „Innere Differenzierung“, „Elternarbeit“, „Classroom-Management“ und „Förderplanung“ entwickelten die Lehrkräfte konkrete Ergebnisse für die inklusive Schule, die anschließend für das Kollegium zusammengefasst werden. „Zum Ende des vergangenen Schuljahres haben wir bereits eine Steuergruppe aus dem Kollegium, der Schulleitung und Eltern gebildet, die die Fortbildung vorbereitet hat“, erläutert Sonja von Waaden, Didaktische Leiterin der Oberschule Wiefelstede.

Aufgaben mit Handicap

Durch eine Abfrage unter dem Lehrerkollegium seien die Themen der Arbeitsgruppen entwickelt worden. „Wir möchten, dass alle Schüler miteinander lernen und die Lehrkräfte allen Schülern gerecht werden können, trotz der unterschiedlichen Lernansprüche“, formuliert von Waaden ein konkretes Ziel der inklusiven Schule.

Neben den Arbeitsgruppen absolvierte jede Lehrergruppe zudem für eine halbe Stunde den „Pfad des Vertrauens“, bei dem an vier Stationen verschiedene Aufgaben mit simulierten körperlichen Handicaps absolviert wurden. So gingen die Lehrerinnen und Lehrer unter anderem mit einer Augenbinde und Blindenstock durch einen Parcours (teilweise geführt), balancierten unter Hilfestellung mit einem umgedrehten Fernglas über einen Kasten oder versuchten, sich mit dem Rollstuhl durch einen Parcours zu bewegen und Türen zu öffnen. Ohne Gehör – nur anhand von Gesten und Lippenbewegungen sollte der Inhalt einer Geschichte erkannt werden; abstrakte Begriffe mussten pantomimisch dargestellt werden.

Vertrauen wichtig

„Man kommt sich mit verbundenen Augen hilflos vor, weiß nie, was passiert. Da tut es sehr gut, wenn man jemanden an seiner Seite weiß“, beschreibt Oberschuldirektor Marc Brinkmann seine „Parcours“-Erfahrung und betont die Wichtigkeit von Vertrauen in der inklusiven Schule. „Die Schule ist eine Form der Integration und Inklusion ein großartiges Mittel dafür.“

Sebastian Friedhoff
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