Harpstedt/Loué - Ein spitzer Schrei dringt aus dem kleinen Kellerverlies auf der Rückseite des Harpstedter Amtshofes – dabei war die Tür hinter den fünf jungen Französinnen nur ganz kurz verschlossen. Ein wenig schadenfroh grinsen ihre Klassenkameraden, als die Mädchen wieder ans Tageslicht kommen.
Mit einem eigenen Verlies im Rathaus kann nicht jeder Bürgermeister in Deutschland aufwarten – kein Wunder also, dass Herwig Wöbse die jungen Gäste aus der französischen Partnergemeinde am Freitagmorgen bei der Führung durch den Amtshof zuerst hierher bringt.
Nach insgesamt 14 Stunden Fahrt waren die 26 Schülerinnen und Schüler mit ihren Betreuerinnen Agnes Jeronimo-Hartmann und Evelyne Dubois am Donnerstag zu ihrem einwöchigen Besuch in Harpstedt eingetroffen. Erstmal gab es das große Wiedersehen mit ihren deutschen Partnerschülern, die im September in Frankreich waren und sich jetzt auf den Gegenbesuch aus Frankreich freuten.
Auch Jugendpflegerin Annelen Voß und Lehrerin Ingrid Rathje von der Oberschule Harpstedt empfingen die Gäste.
Als Jugendlicher sei er selbst zum Austausch in Loué gewesen erinnert sich Wöbse im Gespräch mit den Jugendlichen. Leider sei von seinen Französisch-Kenntnissen von damals nicht mehr viel übrig – die Übung fehle einfach, sagt Wöbse auf Deutsch – Jeronimo-Hartmann übersetzt für die Gäste.
Nach der Führung rund um den Amtshof und bevor die Gäste im Haus eine Erfrischung bekommen, ist Zeit für Fragen an den Bürgermeister. Ob Wöbse einen bestimmten Musikgeschmack habe, möchte einer der Schüler wissen, andere nutzen die Gelegenheit, sich vom Fachmann Fragen für die Harpstedt-Rallye beantworten zu lassen, die an diesem Vormittag auf dem Programm steht.
Überhaupt ist die Zeit des einwöchigen Besuchs gut verplant: An diesem Wochenende sind die Besucher aus Frankreich in ihren Gastfamilien, am Montag geht es auf einen Ausflug in den Heidepark. Am Dienstag nehmen die Franzosen mit ihren Gastgebern am Unterricht in der Oberschule teil. Am Mittwoch dann wieder ein Ausflug: Es geht nach Hamburg, wo natürlich die obligatorische Hafenrundfahrt auf dem Programm steht.
Am Donnerstag geht es noch einmal gemeinsam in die Schule und am Abend zum gemeinsamen Grillfest, bevor die Gäste um 21 Uhr wieder in ihren Bus steigen.
