Es kommt natürlich nicht sehr oft vor, dass ich einen Termin bei unserer Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas bekomme. Bei den Vorbereitungen zur „Plattdüütschen Week 2010“ war es einige Male der Fall. Bevor ich aber in die „heiligen Hallen“ gehen durfte, wurde ich von den netten Damen im Vorzimmer empfangen: Iris Hentemann, die dem Ersten Gemeinderat Rainer Lange zuarbeitet, und die „rechte Hand“ unserer Bürgermeisterin, Claudia Walters.
Wer ist sie, die viele „nur“ vom Telefon kennen? Claudia Walters, geb. Wiesner, ist eine echte Ganderkeseer Deern. Ihr Vater Meinhard arbeitete viele Jahre bei Weyhausen, und ihre Mutter Anke (geb. Düßmann) war Arzthelferin bei Dr. Keltsch. Der Beruf ihrer Mutter hatte es auch Claudia angetan. Schon als Kind wollte sie Kinderärztin oder Lehrerin werden. Sie wollte es auf jeden Fall mit Menschen zu tun haben.
Nach dem Realschulabschluss hatte sie die Möglichkeit, eine Stelle als Arzthelferin in Delmenhorst zu bekommen. Allerdings wäre sie mit Hin- und Rückfahrt mehr als zwölf Stunden am Tag unterwegs gewesen, und als damals 16-jährige war dieses nicht zulässig. „Bewirb dich doch bei der Gemeinde“, war der Tipp ihres Onkels. Gesagt, getan. Schon nach einigen Tagen kam die Einladung zu einem schriftlichen Test – Diktat, Nacherzählung, Mathematikaufgaben. Die Besten wurden dann noch zu einem persönlichen Gespräch mit dem damaligen Gemeindedirektor Heinz Huhs eingeladen. Claudia Walters muss überzeugt haben, denn am 1. August 1984 konnte sie ihre Ausbildung beginnen. „Herr Huhs war für mich eine absolute Respektsperson“, spricht sie noch heute hochachtungsvoll von ihrem ehemaligen Chef.
Die Auszubildenden der Gemeinde müssen viele Abteilungen durchlaufen. Claudia Walters erste Station war die „Poststelle“. „Es war ein absoluter Glücksfall, dass ich dort zu Anfang war. Hier habe ich gleich viele Kollegen kennen gelernt“, erzählt sie mir. Nach drei Jahren Lehrzeit und erfolgreicher Abschlussprüfung wurde sie übernommen. Noch heute schwärmt sie vom Alten Rathaus. Hier waren wir wie eine „kleine Familie!“ Als sie dort mit 22 Jahren am 11. Mai 1990 getraut wurde, kamen fast alle Arbeitskollegen, um zu gratulieren. „Mein Mann Geoffrey war davon damals sehr beeindruckt“.
Wie es der Name vermuten lässt, ist ihr Mann gebürtiger Engländer. Seine Mutter, die in Ripley im elterlichen Hotelbetrieb mitarbeitete, verliebte sich in einen deutschen Hotelgast. Mit Sohn Geoffrey, Schwester Gail und ihrem zweiten Ehemann Kurt Wendenburg zog sie dann 1972 nach Ganderkesee. Nach der Geburt ihrer Töchter Lena (1991) und Neele (1993) ging sie einige Jahre in Mutterzeit. Genau in diese fiel der Umzug vom alten ins neue Rathaus.
1997 stieg sie wieder ins Berufsleben ein. „An die neuen Gegebenheiten musste ich mich erst gewöhnen“, erzählte sie. 1999 wurde sie Sekretärin an der Grundschule Dürerstraße. Hier war sie fünf Jahre und hatte vier Schulleiter. Besonders beeindruckt war sie von Peter Elgeti. „Von ihm habe ich sehr viel gelernt. Er war sehr engagiert und hat mich immer mit einbezogen“.
Nachdem ihre Kollegin die Bürgermeisterwahl gewonnen hatte, rief sie Claudia Walters an und fragte: „Claudia könntest du dir vorstellen, meine neue Sekretärin zu werden?“ „Beide waren neu in der jeweiligen Position, und ich meine, wir haben uns sehr gut reingearbeitet“, erzählt sie mir rückblickend.
,,Selbstverständlich ist Claudia Walters kompetent, fachlich versiert und freundlich. Aber für mich ist auch wichtig: Sie behält in turbulenten Zeiten den Überblick und stellt mir, wenn es mal dicke kommt, Nervennahrung auf den Schreibtisch“, lobt Alice Gerken-Klaas ihre engste Mitarbeiterin.
Wenn die Bürgermeisterin morgens ins Büro kommt, hat ihr Claudia Walters schon die Tageszeitungen vorgelegt, und eine Kanne Tee steht ebenfalls auf dem Schreibtisch. Claudia Walters hat den Wechsel in die „Chefetage“ nicht bereut. „Meine Chefin hat ein Gespür für ihre Mitarbeiter. Bei privaten Problemen könnte ich sofort mit ihr reden.“
„Was macht Claudia Walters in ihrer Freizeit“, wollte ich zum Abschluss wissen. „Familie, Haus und Garten und zweimal in der Woche mit zwei Freundinnen joggen.“ Wobei währenddessen auch „gesabbelt“ werde.
