Oldenburg - Spanisch hält als Amtssprache im Alten Rathaus Einzug – zumindest für eine Stunde: Bürgermeisterin Christine Wolff hat eine argentinische Schülergruppe aus Villa General Belgrano in der Nähe von Cordoba empfangen. Mit dabei waren die Leiterin der Aurora-Waldorf Schule in Villa General Belgrano, Christine Kruse, die betreuende Lehrerin des gastgebenden Gymnasiums Eversten Oldenburg (GEO), Iris Unland, und die am Austausch beteiligten GEO-Schüler, in deren Familien die Argentinier zu Gast sind.

Der Schüleraustausch besteht seit dem Jahr 2006 und findet einmal pro Jahr in den Klassen 9 und 10 statt. Es nehmen jedes Jahr zwischen 12 und 18 Schülerinnen und Schüler, die dann den Unterricht am GEO besuchen und den Alltag in Oldenburg kennen lernen, teil. Inzwischen haben sich schon mehr als 320 Schüler an dem Austausch beteiligt. Die argentinischen Schüler sind seit November vorigen Jahres zu Gast in Oldenburg. Der Gegenbesuch wird im März diesen Jahres stattfinden. Die Schüler des Gymnasiums Eversten werden dann für vier bis fünf Wochen am Unterricht in Argentinien teilnehmen.

Besonders sind den Austauschschülern aus Argentinien die deutsche Ordentlich- und Pünktlichkeit aufgefallen. Auch das Miteinander war anders für sie: ,,Ich habe den Umgang als ein wenig distanziert empfunden“, schildert es Austauschschülerin Lara Jurisic. Die Freiheit zu haben, spontan einmal irgendwohin zu fahren, war ebenfalls ungewohnt für einige der jungen Argentinier.

Die Gründe der argentinischen Schüler, am Austausch teilzunehmen, waren verschieden. Viele wollten die Möglichkeit nutzen, neue Leute kennenzulernen und neue Freunde zu finden. Die Neugier, wissen zu wollen, wie man in einer anderen Familie, in einer anderen Kultur lebt, war auch ein entscheidender Punkt für viele Austauschschüler. Anderen waren vor allem die neuen Sprachkenntnisse wichtig. Der größte Unterschiede zwischen ihrer Schule in Argentinien und dem Gymnasium Eversten war die Strukturiertheit des Unterrichts. ,,Das erste, was mir aufgefallen ist, war, dass die Schule hier viel größer als meine Schule in Argentinien ist‘‘, erzählt Austauschschüler Santiago Occhipinti.

Die meisten argentinischen Schüler haben ein paar Monate vor ihrer Abfahrt nach Oldenburg Deutschkurse belegt und konnten das Gelernte jetzt hier anwenden. ,,Während des Austausches haben wir viele neue Sprachkenntnisse gesammelt‘‘, freut sich Lara Jurisic.

Die argentinischen Schüler hatten eine tolle Zeit in Oldenburg. ,,Ich habe mich mit Leuten angefreundet, die ich ohne den Austausch nie kennengelernt hätte“, bilanziert Enrique Heidemann. Viele haben nun eine Familie im Ausland, die sie immer wieder aufnehmen würde. So sind Freundschaften fürs Leben entstanden.