Friesoythe - „Glücksäg‘ns Neijohr“: So begrüßte Margret, die australische Austauschschülerin, in bester plattdeutscher Mundart Friesoythes Bürgermeister Johann Wimberg auf dem Empfang, den die Stadt für die Gäste von dem fernen Kontinent sowie ihre deutschen Freunde vom Albertus-Magnus-Gymnasium im Hotel Landhaus Pollmeyer gab.
Als sie gehört habe, Minusgrade seien nicht kalt, habe sie gedacht: „Die Leuten spinnen ja wohl“, so Margret. Ihren ersten Schnee habe sie in Deutschland gesehen und sogar einen Schneemann gebaut.
Ihre australische Freundin Tiffany lobte Friesoythe als eine schöne, süße Stadt und das deutsche Weihnachtsfest als wunderschön. Claire war auch beeindruckt von der deutschen Weihnacht. Dass es die Geschenke schon am Heiligabend und nicht am 1. Weihnachtstag gibt, fand sie etwas merkwürdig. Aber sie ist traurig darüber, dass sie bald wieder zurückfliegen soll.
Auf den Spuren seiner drei älteren Brüder wandelte Calum, der als vierter der Familie Deutschland besuchte. Und Kristian fand vom Schulalltag bis zum Winter alles hoch interessant.
Durch die Bank zeigten sich die australischen Schüler von ihrem rund zweimonatigem Deutschlandaufenthalt begeistert. Sie lobten allesamt die große Gastfreundschaft sowie die vielen neuen Erfahrungen und positiven Eindrücke.
Die deutschen Schüler, die im letzten Sommer in Australien waren, erinnerten an unvergessene Erlebnisse sowie neue Freundschaften und hatten den Wunsch, Australien noch einmal zu erleben. „Willkommen in Friesoythe“ hieß Wimberg die sieben Australier, die seit Anfang Dezember für fast zwei Monate in der Eisenstadt weilen und am Unterricht des AMG teilnehmen. Sein Gruß galt auch ihren deutschen Freunden, bei denen die Gäste während ihres Aufenthaltes in Friesoythe, Altenoythe, Barßel, Thüle, Gehlenberg und Neuscharrel wohnen. Wimberg würdigte den Schüleraustausch über eine so große Entfernung als etwas Besonderes, verbinde er doch junge Menschen über Kontinente hinweg. Für jeden Schüler sei es eine Auszeichnung, an einem solchen Schüleraustausch teilnehmen zu können.
Studiendirektorin Brigitte Fabian vom AMG, die seit 1994 den Austausch mit ihrem australischen Kollegen Wilfried Westermann organisiert, bezeichnete er als „Mutter des Schüleraustausches“, die sehr viel Zeit und Engagement in diese Aktion investiere. Sein Dank galt auch Studienrätin Verena Krummen, die sich von Brigitte Fabian in den Schüleraustausch einarbeiten lässt, um diesen nach der Ära von Fabian fortzuführen zu können, sowie Schulleiter Dr. Jens-Peter Green, der die Aktion seitens der Schule unterstütze, und Wilfrid Westermann, dem ehemaligen AMG- Schüler, der nach Australien auswanderte. Dr. Green bekundete seine Freude über den internationalen Schüleraustausch, von dem auch andere Schüler, die nicht direkt zum Projekt gehörten, während gemeinsamer Unterrichtsstunden mit den australischen Schülern profitierten.
