FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE - FRIEDRICH-AUGUST-HÜTTE - Kartoffeln wachsen nicht auf Bäumen. Und dass Schneeglöckchen nicht im Herbst blühen, können die Schüler in Friedrich-August-Hütte bald ebenfalls im neuen Schulgarten erkennen, der gestern in der Außenstelle der Luisenhof-Schule eingeweiht worden ist.
Nach den Umbauarbeiten vor zwei Jahren – in die Räume der Orientierungsstufe zogen die 5. und 6. Klasen des Luisenhof-Schulzentrums ein – boten sich zwei Alternativen an: die Fläche hinter dem Gebäudekomplex ebnen und Rasen säen oder ein Biotop anlegen. Aufgrund der „belasteten Erde“ in FAH ist der Schulhof nämlich geteert. Daher war es den Verantwortlichen ein Anliegen, für die Schüler einen natürlichen Lebensraum zu schaffen, den sie unter der Anleitung von Lehrkräften selbst pflegen und erhalten sollten.
In einem Schreiben wandte sich die Luisenhof-Schule an die Umweltlotterie Bingo und bat um finanzielle Unterstützung, die in Form von 5000 Euro gewährt wurde. In das Schulgarten-Konzept banden die Organisatoren dann die Grundschule mit ein. Weitere Gelder spendeten der Förderverein der Luisenhof-Schule (2000 Euro) sowie die Bastelmütter, die selbst gefertigte Produkte beim Osterbasar verkaufen und gleichfalls 2000 Euro zur Verfügung stellten. Die Stadt Nordenham beteiligte sich ebenfalls finanziell. „Wir haben alle zusammen etwas angefasst“, freute sich gestern Schulleiter Wilfried Batschat über das gute Gelingen.
Innerhalb der vergangenen Monate ist seit Anfang 2005 ein naturnaher Pausen- und Freizeitraum mit einem Feuchtbiotop, einer Kräuterspirale, einem Hochbeet und einem grünen Klassenzimmer entstanden. Im 14-tägigen Rhythmus sollen Schüler der Garten AG die Anlage pflegen. Mehrere Grundschüler zupften gestern schon einmal Unkraut. An einem Freitagnachmittag haben Mädchen und Jungen sogar außerhalb ihrer Schulzeit 450 kleinere Gewächse gepflanzt. Dieses Engagement freute die Lehrer. „Schüler haben es gern, wenn sie sehen, was sie geleistet haben“, betonte Klaus Kersting.
Über Flora und Fauna wollen die Lehrer im Grünen unterrichten. Kräuter, die im Garten wachsen, kann die Koch AG verwenden. Ebenso wie die Kartoffeln, die im Garten gedeihen. Eine dieser Knollenpflanzen hatte Klaus Kersting seinen Schülern gezeigt. Die meisten sahen so ein Gewächs zum ersten Mal in ihrem Leben. Zwiebeln und Lauch gedeihen ebenfalls im Hochbeet.
Den 22 Kubikmeter Wasser fassende Teich, den die Feuerwehr in einer Blitzaktion gefüllt hat, wollen Lehrer und Schüler weiter mit Leben füllen. Zurzeit tummeln sich zehn Goldfische darin. Der Versuch, Frösche auszusetzen, hat noch nicht geklappt, soll jedoch noch einmal vorgenommen werden. „Die Kaulquappen haben Gelbrandkäfer verspeist“, merkte der Lehrer Klaus Kersting an, der kommenden Mittwoch pensioniert wird und sich bisher um den Garten kümmerte. Frühblüher wie Schneeglöckchen und Narzissen hat er schon gepflanzt.
Um den naturnahen Schulgarten werden sich jetzt die Lehrer Harald Peplau, Frank Eggeling und Brigitte Spalenka kümmern. Den neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere können die Schüler in den Pausen allerdings nicht aufsuchen. Während des Biologie-Unterrichts und während der Garten AG haben sie Gelegenheit dazu.
