FRIESLAND - Der Landkreis Friesland hat einen weiteren großen Schritt zur Gründung einer Integrierten Gesamtschule Friesland getan: Am Mittwoch beschloss der Kreis-Schulausschuss einstimmig, bei der Landesschulbehörde die Einrichtung einer IGS in Schortens zum Schuljahr 2009/2010 zu beantragen. Zugleich wird beantragt, die künftige IGS als Ganztagsschule zu führen.

Grundlage für den Beschluss ist die Befragung, die der Landkreis bei den Eltern der Friesländer Grundschüler durchgeführt hat. Danach besteht für durchschnittlich 268 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang Interesse am Besuch der IGS. „Damit kann der vom Land geforderte Nachweis erbracht werden, dass ein ausreichendes und dauerhaftes Interesse an der Einrichtung der IGS besteht“, fasste Schulamtsleiter Stefan Thöle zusammen.

Angesichts der großen Nachfrage soll die neue IGS sechszügig werden und damit pro Jahrgang 180 Kinder aufnehmen. Damit sei gewährleistet, dass für die später geplante Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule Schortens ausreichend Schülerinnen und Schüler vorhanden sind, sagte Thöle.

Angedacht ist, die Oberstufe ab dem Schuljahr 2014/2015 in der Außenstelle des Mariengymnasiums in Schortens unterzubringen. Laut Prognose zur Entwicklung der Schülerzahlen am Mariengymnasium ist dann eine komplette Rückführung der Außenstelle in den Standort Jever möglich.

Die Auswirkung der Neugründung auf die Schülerzahlen an den Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien ist den Statistiken zufolge, die Thöle vorlegte, gering: „Egal ob wir die IGS errichten oder nicht, werden die Schülerzahlen an manchen Standorten in den nächsten Jahren enorm abnehmen“, sagte Thöle und nannte insbesondere das Schulzentrum Hohenkirchen.

Landrat Sven Ambrosy betonte, dass die IGS-Gründung finanziell nicht zu Lasten der bestehenden Schulen geht. „Wir werden nichts an den Schulbudgets abknabbern, sondern zusätzliche Gelder bereitstellen“, sagte er. Angepeilt seien 300 000 Euro für die Gründung, wovon 250 000 Euro auf bauliche Veränderungen am Schulzentrum Schortens entfallen. 50 000 Euro sollen für Sachmittel zur Verfügung stehen.

Als Formsache stellte der Ausschuss den Antrag an die Landesschulbehörde, die Hauptschule und die Realschule Schortens beginnend mit dem nächsten Schuljahr auslaufen zu lassen.