FRIESLAND - „Wir wollen mehr als nur eine Ganztagsschule mit Mittagessen und Betreuung.“ Das betonen Martina Esser und Andrea Wilbers vom Aktionsbündnis „IGS für Friesland“. Sie reagieren damit auf die Meinung der CDU, es ginge den Eltern beim Wunsch nach einer Gesamtschule in Friesland vor allem um Ganztagsangebote (die NWZ berichtete). „Das reicht uns nicht aus“, erklärt Andrea Wilbers. „Keiner der Eltern aus Friesland nimmt derzeit für seine Kinder die weite Fahrt nach Wilhelmshaven zur IGS nur für ein warmes Mittagessen in Kauf“, ergänzt Martina Esser. Eltern, die ihre Kinder an einer Gesamtschule anmelden würden, wollten mehr. Es gehe um das gemeinsame Lernen. „Den schwächeren Schülern helfen zu können, ist auch für die stärkeren Schüler eine Motivation“, ist Andrea Wilbers überzeugt.

Unterstützung erhält das IGS-Aktionsbündnis, das sich für die Einrichtung einer Gesamtschule schon im kommenden Jahr stark macht, vom Kreisverband Friesland der Partei Die Linke. Das Aktionsbündnis sei ein Schritt in die richtige Richtung, so Vorstandsmitglied Mike Schauderna aus Schortens. Die Linke spreche sich allerdings für eine verbindliche Integrierte Gesamtschule bis zur zehnten Klasse aus.

Auch die SPD Cleverns-Moorwarfen hat sich mit dem IGS-Aktionsbündnis solidarisch erklärt. „Der Ruf nach dieser Einrichtung bei vielen Eltern wurde laut, seitdem die einzige IGS in Wilhelmshaven seit Jahren zuhauf Aufnahmeanträge von Schülern aus dem Umland aus Kapazitätsgründen ablehnen muss“, sagt die Ortsvereins-Vorsitzende Gertrud Bunjes.

Mit Nachdruck wollen sich die inzwischen 31 Bündnisse in Niedersachsen jetzt auf Landesebene organisieren. Nach Angaben des SPD-Kreisvorsitzenden Olaf Lies findet am 27. November in Hannover ein erstes Treffen aller Initiativen statt. Hier soll es darum gehen, Druck auf die Landesregierung aufzubauen und landesweite Aktionen zu organisieren.