FRIESLAND - Das Aktionsbündnis „IGS für Friesland“ sieht die Integrierte Gesamtschule in Schortens auf einem guten Weg: „Wir sind sicher, dass die IGS im Sommer mit einem guten Konzept und motivierten Lehrern starten wird“, so Sandra Merkel und Sandra Ritter vom Aktionsbündnis, die in der Planungsgruppe IGS des Landkreises mitarbeiten.

Das Bündnis sei zuversichtlich, dass Bedingungen wie Bibliothek, Ruheräume, Aufenthalts- und Freizeitbereiche sowie die Mensa sich zum Start der neuen Schulform umsetzen lassen. Der Kreis-Bauausschuss hatte bei einem Ortstermin vorgeschlagen, einen Mensa-Anbau an die Schule zu setzen, die auch für Veranstaltungen geeignet ist.

Auch die Eltern sollen die IGS mitgestalten können – „denn der Elternwille hat zu dieser Schule geführt“, so Sandra Merkel. Sie ruft Eltern auf, die Chance zu nutzen und den Gründungsprozess der IGS aktiv zu begleiten. Demnächst ist zudem die Gründung eines Fördervereins IGS geplant.

Kopfzerbrechen bereitet Aktionsbündnis und Planungsgruppe zurzeit noch das Ganztagsangebot: Gefordert wird ein offenes Ganztagsangebot an vier Tagen – das Land stellt dafür nur begrenzt Mittel zur Verfügung und maximal 15 Lehrerstunden. „Das reicht für ein Angebot an vier Tagen nicht aus“, so Olaf Lies, SPD-Landtagsabgeordneter und Motor der IGS. Notwendig seien 15 000 bis 20 000 Euro zusätzlich. Die SPD Friesland fordert deshalb zusätzliche Mittel für das Ganztagsangebot der IGS Friesland vom Land.

Da bis zum Start der Gesamtschule keine Möglichkeit bestehe, wie an anderen Ganztagschulen Kooperationen mit Institutionen und Vereinen ins Leben zu rufen, soll der Landkreis in die Bresche springen und weitere Gelder zur Verfügung stellen, so die Kreis-SPD.

Bei einem Runden Tisch zur IGS wurden zudem drängende Fragen von Eltern, insbesondere zu den künftigen Schuleinzugsbereichen, diskutiert. Wie berichtet, fordert die Stadt Schortens, dass Eltern aus Grafschaft, Sillenstede und Accum die Wahl haben sollten, ob sie ihre Kinder künftig nach Jever oder Sande zur Haupt- und Realschule schicken. Nach Angaben von Olaf Lies kann ein generelles Wahlrecht nicht eingeräumt werden. Allerdings können Eltern beim Kreis einen Ausnahmeantrag stellen.

Wie Lies ermittelte, bewahrheitet sich die Befürchtung, dass Kinder aus den Schortenser Ortsteilen einen längeren Schulweg nach Sande in Kauf nehmen müssen, nicht: Egal, ob sie aus Accum, Sillenstede oder Gafschaft per Bus nach Jever oder Sande fahren, bleibe die Fahrzeit gleich, nämlich zwischen 36 und 51 Minuten.