FRIESLAND/HOHENKIRCHEN - Als „nicht fruchtbar“ bezeichnete der Vorsitzende des Städte- und Gemeindebunds Friesland, Bernd Pauluschke, die in Friesland entbrannte Diskussion um eine zweite Gesamtschule (IGS). Zunächst müsse sich die jetzt geplante erste IGS etablieren, sagte Pauluschke am Rand einer Mitgliederversammlung des Verbands am Montag in Hohenkirchen.
Wie berichtet, soll in Friesland zum Schuljahr 2009/ 2010 eine Gesamtschule am Standort Schortens eröffnet werden. Da die IGS für ganz Friesland zuständig sein soll, war die Forderung nach einer zweiten Gesamtschule im Südkreis laut geworden.
„Wir sind froh über den sorgfältig vorbereiteten Antrag und sind sicher, dass die erste friesländische IGS in Hannover genehmigt wird“, sagte Pauluschke. Danach müsse die Entwicklung der Schule im Besonderen und der Schullandschaft im Allgemeinen abgewartet werden. „Da die Hauptschule auf Dauer nicht lebensfähig ist, wird sich sowieso irgendwann die Frage nach integrierten Sekundarschulen stellen“, meint Pauluschke.
Ein weiteres Thema der Sitzung war die kontroverse Debatte um die blaue Altpapiertonne in Friesland. Nach einem Sachstandsbericht von Landrat Sven Ambrosy hat der Städte- und Gemeindebund laut Pauluschke den Eindruck, dass in den festgefahrenen Konflikt wieder Bewegung kommt. Offenbar gebe es neue Verhandlungen zwischen dem Landkreis und dem privaten Entsorger Nehlsen, der in Friesland Tonnen für eine gewerbliche Altpapiersammlung verteilt hat. „Wir hoffen, dass der Streit und die vom Kreis erhobene Klage um die Einnahmen mit einem Vergleich beigelegt werden kann“, so Pauluschke.
Die Sitzung in Hohenkirchen fand gemeinsam mit dem Kreisverband Wittmund statt. Nach Angaben von Geschäftsführer Josef Wesselmann könnte diese Zusammenarbeit mittelfristig in einen Zusammenschluss der Verbände führen. „Gemeinsam sind wir stärker“, so Wesselmann.
