FRIESLAND - Aus einem „ganz besonders erfreulichen Anlass“, wie sie selbst sagte, besuchte die SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer am Freitag die Astrid-Lindgren-Grundschule in Neuenburg und die Grundschule am Harlinger Weg in Jever. Evers-Meyer, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen ist, überbrachte Spenden in Höhe von je 500 Euro, Gelder, die ihr der Lions-Club Schortens übergeben hatte, „um damit etwas Gutes zu tun“. Mit den Spenden würdigte die Abgeordnete das Engagement beider Einrichtungen, die „in der Integration behinderter Schüler wegweisende Arbeit leisten. Schulleitung, Lehrer und Kommunalpolitiker vor Ort haben es möglich gemacht, dass behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam zur Schule gehen können. Damit setzen sie ein wichtiges Zeichen gegen das in Deutschland nach wie vor übliche schulische Aussortieren“, betonte die Politikerin, auch im Hinblick darauf, dass der große Bedarf an Integration in

Friesland nicht befriedigt werden könne, weil die Schulen sich das nicht zutrauten, bzw. erklärten, die Voraussetzungen nicht zu haben. In diesem Zusammenhang lobte Evers-Meyer besonders die Vorreiterrolle der Astrid-Lindgren-Grundschule, die mit engagierter Unterstützung der Gemeinde Zetel Frieslands erste Integrations-Grundschule war.

In Deutschland, so machte die Abgeordnete deutlich, gingen lediglich rund 13 Prozent der behinderten Kinder gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern zur Schule. In anderen europäischen Ländern sei das ungleich mehr. „Diese Situation ist nicht nur beschämend für Deutschland, sondern ist ein Grundübel in einer Wissensgesellschaft im 21. Jahrhundert. Von individueller Förderung profitieren am Ende alle Kinder. PISA macht das immer wieder deutlich, nur in Deutschland scheint niemand die richtigen Lehren daraus zu ziehen“, kritisierte sie.

Mit den 500 Euro in Neuenburg wollen die beiden dortigen Förderschullehrerinnen Thea Janßen und Renate gr. Kohorst-Dalyan einen Roller und ein „Familienpedalo“ anschaffen. „Roller und Pedalos fordern Kinder in besonderem Maße zum Bewegen heraus“, beründeten die beiden Pädagoginnen. Die Körperkoordinantion und das Gleichgewicht würden geschult.