FRIESLAND/JEVER - Der Grundsatzbeschluss zur Gründung der IGS Friesland steht. Nun geht es an die Detailplanung – und die sorgt derzeit u. a. bei der Frage nach den Einzugsgebieten für kontroverse Diskussionen.
Unstrittig ist, dass die IGS am Standort der jetzigen Haupt- und Realschule Schortens allen Schülern aus Friesland offen stehen soll. Doch was ist mit Fünftklässlern aus Schortens, die eine Haupt- oder Realschule besuchen wollen oder sogar besuchen müssen, weil die Kapazität der IGS nicht für alle Kinder ausreicht?
Der Kreisschulausschuss hat am Mittwoch eine klare Linie vorgegeben. Grundschulabgänger aus Schortens, die nicht zur IGS und zum Mariengymnasium wechseln, müssen zur HS/RS nach Sande fahren. Einzige Ausnahmen sind die Schortenser Ortsteile Upjever und Addernhausen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Jever. Sie werden dem Einzugsgebiet der HS/RS Jever zugeschlagen.
Die längeren Wege nach Sande seien zumutbar, solange die Busfahrt nicht mehr Zeit in Anspruch nehme als die Fahrt nach Jever, sagte Schulamtsleiter Stefan Thöle.
Wichtiger als diese formaljuristische Betrachtung seien aber die strukturellen Vorteile der Konzentration auf Sande. Dort gebe es im Gegensatz zu Jever ausreichend Raumkapazitäten. Zudem drohe der Haupt- und Realschule Sande aufgrund drastisch sinkender Schülerzahlen aus dem eigenen Einzugsgebiet die Schließung. „Durch die Schüler aus Schortens kann der Standort gesichert werden“, sagte Landrat Sven Ambrosy.
Die Stadt Schortens hatte dafür plädiert, allen Eltern aus Schortens das Wahlrecht zwischen Sande und Jever einzuräumen (die NWZ berichtete). Das wurde mit einer 8:4-Stimmen-Mehrheit ebenso abgelehnt wie die Bitte des Schortenser Stadtelternrats, zumindest die Ortsteile Sillenstede, Grafschaft und Accum dem Schulstandort Jever zuzuordnen. Diesen Orten liege Jever in jeder Hinsicht näher als Sande. Der Kreis müsse hier den Elternwillen respektieren, sagte Stadtelternratsvorsitzender Dieter Niewelt.
Schortens’ BfB-Abgeordneter Janto Just wies zudem darauf hin, dass viele Kinder auch gerne mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Der Bus als einziger Maßstab sei weder der Gesundheit noch der Umwelt förderlich.
Keine Sonderregelung will der Kreis auch für Kinder zulassen, die in diesem Schuljahr an der Haupt- oder Realschule Schortens die 5. Klasse wiederholen müssen. Der Stadtelternrat hatte eine „Übernahmegarantie“ in die IGS gefordert, die ab Klasse fünf die beiden alten Schulformen ersetzt. Nach Meinung des Kreises ist es für diese Kinder durchaus zumutbar, nach Sande oder Jever zu wechseln.
Großzügiger ist der Kreis bei Geschwistern von Schülern aus Friesland, die die IGS in Wilhelmshaven besuchen. In diesen Fällen soll in Absprache mit der Nachbarstadt eine Regelung getroffen werden, dass die Geschwisterkinder ebenfalls zur IGS in Wilhelmshaven gehen können.
