Friesland - Es gibt viel zu wenige Schulsozialarbeiter in Friesland – das bemängelte Sozialarbeiterin Andrea Janßen am Montag im Kreis-Schulausschuss. Zudem nannte sie ihre Abordnung an gleich zwei Grundschulen „eine Katastrophe“.
Seit 2007 arbeitet Andrea Janßen als Schulsozialarbeiterin in Varel, inzwischen mit je einer halben Stelle am Schlossplatz und an der Osterstraße. Seit einem Jahr ist sie Angestellte der Landesschulbehörde. Vorher war Schulsozialarbeit Aufgabe der Kommunen.
Zu den Aufgaben der Schulsozialarbeiterin an den Grundschulen gehören Unterstützung und Beratung der Schüler, Lehrer und Eltern, Konfliktprävention, Netzwerkarbeit mit Behörden und Institutionen wie Polizei oder Jugendamt.
Verschiedene Probleme
Schüler, die zu Andrea Janßen kommen, haben ganz unterschiedliche Probleme: „Das reicht von Streit mit anderen Schülern bis zu: ,mein Vater hat mich geschlagen‘“, berichtete sie. Andrea Janßen unterliegt der Schweigepflicht.
„Das Problem ist: Wenn ein Kind der einen Grundschule mit Sorgen zu mir kommt, kann es sein, dass ich am nächsten Tag nicht mehr da bin und weiterhelfen kann.“ Doch Hilfe braucht Kontinuität – die sei nicht gegeben, weil sie an zwei Grundschulen arbeite. „Allein eine halbe Stelle an nur einer Schule kann ich mir nicht leisten.“
Insgesamt gibt es 32 Schulsozialarbeiter im Landkreis Friesland, allerdings nicht immer mit vollen Stellen, so Landrat Sven Ambrosy. Elf Grundschulen seien besetzt. „Eigentlich müsste es für jede Schule einen Schulsozialarbeiter geben“, sagte der Landrat.
Regelmäßige Beratung
Weiteres Thema im Ausschuss: die Berufsberatung an den allgemeinbildenden Schulen, die Reinhold Harms von der Bildungsregion vorstellte. Schüler und Eltern können die Berufsberatung in Anspruch nehmen – sie findet regelmäßig für Schüler ab der achten Klasse bzw. an Gymnasien ab der 10. Klasse statt. Laut Melanie Sudholz (CDU) kommt es immer wieder vor, dass Schüler mit falschen Vorstellungen eine Ausbildung beginnen – und oft erfüllten sie auch die Voraussetzungen nicht, so dass der Betrieb nicht zufrieden sei.
Dann würde die Ausbildung abgebrochen. Harms bestätigte das: „Eine noch engere Zusammenarbeit mit den Betrieben wäre nötig“, sagte er.
