FRIESLAND/SCHORTENS - Nach dem überraschenden Wechsel an der Spitze der Planungsgruppe für die IGS Friesland will das Team von Wolfgang Ernstorfer nun zum Endspurt ansetzen. „Es gibt viele Ideen und Vorschläge, die nun gebündelt werden müssen“, sagte Ernstorfer, der am Dienstag erstmals eine ganztägige Sitzung der Planungsgruppe leitete.
Diese steht unter enormem Zeitdruck. Die IGS soll nach den Sommerferien Anfang August am Standort Schortens mit sechs fünften Klassen den Betrieb aufnehmen. Anmeldungen werden bereits ab dem kommenden Donnerstag, 28. Mai, entgegengenommen. Bis dahin muss nicht nur die Unterrichtsstruktur stehen, sondern auch das Nachmittagsangebot. Der Projektunterricht am Nachmittag ist freiwillig und soll an vier Tagen in der Woche von montags bis donnerstags stattfinden. Mittelfristig soll das Nachmittagsangebot laut Ernstorfer für die Schüler bindend werden.
Wechsel an Spitze
Wie berichtet, hatte der bisherige Leiter der Planungsgruppe, Schortens’ Hauptschulrektor Hans-Joachim Vogt, das Amt vorige Woche im Einvernehmen mit der Schulbehörde abgegeben. „Die Doppelbelastung, eine Hauptschule zu leiten und eine Gesamtschule zu gründen, erwies sich als schwierig“, begründete Regierungsschuldirektor Volker Beier die Entscheidung.
Der neue Chef der Planungsgruppe leitet derzeit den Gymnasialzweig der Gesamtschule in Großefehn. Als kommissarischer Leiter der neuen Gesamtschule Friesland wird er zunächst abgeordnet.
Die Stelle für den IGS-Leiter muss noch offiziell ausgeschrieben werden. Mit einer Besetzung ist erst Anfang 2010 zu rechnen. Schon jetzt deutet aber viel darauf hin, dass Ernstorfer nach der Übergangszeit als fester IGS-Leiter nach Friesland wechselt.
Ernstorfer wurde in Santiago de Chile geboren, lebt in Wilhelmshaven, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der 45-Jährige unterrichtet Kunst, Biologie und Spanisch.
Start mit zehn Lehrern
Das Start-Team für die IGS Friesland besteht aus zehn Lehrern. Die 180 Kinder, mit denen der Betrieb starten soll, werden in Klassenräumen im Obergeschoss der Hauptschule untergebracht. Der Landkreis als Schulträger wird in den Sommerferien das Gebäude umgestalten und im jetzt sehr großzügig geschnittenen Flur zusätzliche Gruppenräume einrichten. Außerdem wird die bisher provisorische Schulmensa ausgebaut. Der Landkreis stellt dafür 200 000 Euro zur Verfügung. Bis zum Jahr 2012 sollen eine Million Euro in den IGS-Standort investiert werden.
Losverfahren
Während die IGS ab Klasse fünf „aufwächst“ laufen die Haupt- und die benachbarte Realschule Schortens langsam aus. Kinder aus Schortens, die künftig einen dieser Schulzweige besuchen sollen, müssen zur Haupt- und Realschule in Sande.
Ernstorfer und Beier gehen davon aus, dass die Zahl der Anmeldungen für die IGS, die Kindern aus dem gesamten Kreisgebiet offen steht, die Zahl der Plätze übersteigen wird. In diesem Fall entscheidet das Losverfahren.
