FRIESLAND/SCHORTENS - Den „zögerlichen Baufortschritt“ in der neuen Gesamtschule Friesland am Standort des Schulzentrums Schortens kritisieren die Kreis-Grünen. Die Kreisverwaltung hatte vorige Woche die Schulbaumaßnahmen während der Ferienzeit vorgestellt (die NWZ berichtete).
„Nach zweieinhalb Wochen Ferien ist an der Baustelle für die IGS-Mensa gerade ein bisschen Mutterboden zur Seite geschoben und durch Füllsand ersetzt worden“, sagt der Kreistagsabgeordnete der Grünen, Uwe Burgenger. Es sei noch kein Fundament gelegt, geschweige denn auch nur ein einziger Stein verbaut worden. „Wenn das in diesem Tempo weitergeht, wird die Mensa, die ursprünglich zum Schuljahresbeginn fertig werden sollte, auch nach den Herbstferien noch nicht bezugsfertig sein“, mutmaßt Burgenger. Die Mittagsversorgung werde in den ersten Wochen des Schuljahres im „Chaos“ versinken.
Viel schlimmer sei allerdings, dass die Mensa von vornherein viel zu klein sei. „Von 180 Schülern der Klassen 5 sind 120 zum Nachmittagsprogramm angemeldet worden. Zwischen letzter Stunde und dem Beginn des Nachmittagsangebotes liegen 60 Minuten. Die meisten dieser 120 Schüler müssen in der Mensa zu Mittag essen. Zudem gab es auch bislang schon ca. 50 Schüler der Hauptschule, die am Mittagessen teilnahmen. Die neue Mensa hat aber nur 94 Plätze“, so Burgenger. In einem Zweischichtbetrieb komme man da halbwegs über die Runden. Das erfordere allerdings von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Disziplin. Spätestens, wenn kommendes Jahr der nächste Jahrgang zur IGS eingeschult werde, sei die Mensa endgültig zu klein.
Der Landrat und seine Verwaltung hätten stets mit den Erfahrungen aus den Schulen argumentiert, die nachträglich ein Nachmittagsangebot eingeführt haben. Dort werde die Mittagsversorgung nur von 10 bis 20 Prozent der Schüler genutzt. Die IGS-Mensa mit 94 Plätzen für 900 Schüler im Endausbau bei fünf Jahrgängen sei „ausgesprochen klein und sparsam geplant“ worden, so Burgenger.
„Ich habe in jeder Sitzung darauf hingewiesen, dass eine Integrierte Gesamtschule nach anderen Gesetzen läuft und die Eltern, die ihre Kinder für eine IGS anmelden, von einem Ganztagsangebot ausgehen“, so der Kreistagsabgeordnete.
Im Fall der IGS Friesland scheine eine Teilnahme von 50 bis 60 Prozent der Schüler am Mittagessen eine realistische Annahme zu sein. Die Grünen in Friesland fordern deshalb, in einem zweiten Bauabschnitt im Sommer 2010 die Platzkapazität in der IGS-Mensa mindestens zu verdoppeln.
