FRIESOYTHE - Rote Rosen, strahlende Gesichter und in jeder Hand der Schein, der dazu berechtigt, ein Hochschulstudium aufzunehmen. Für die 114 Abiturienten des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) war endlich der Tag gekommen, auf den sie zwölf (einige auch 13) Jahre hingearbeitet hatten: Am Freitag fand im Forum die Entlassungsfeier statt.
Es war der Tag, an dem traditionell viele schöne Worte fallen, an dem Lehrern und Eltern gleichermaßen gedankt wird, doch ausgerechnet die Elternratsvorsitzende Kathrin Berger war es, die ihn auch für eine überaus humorvolle Abrechnung mit den Bildungshütern nutzte und den ehemaligen Schultütenträgern den einen oder anderen unkonventionellen Rat für die Zukunft mitgab: Genießen Sie die sinnlose Zeit nach dem Abi. Suchen Sie sich einen Sponsor, doch erklären Sie ihm besser nicht im Detail, wofür Sie das Geld brauchen.
Wie eine verflossene Liebe werde die Schule in der Erinnerung der Abiturienten haften bleiben: schön, aber auch kontrollsüchtig, schmerzhaft und in manchen Dingen kaum zu ertragen.
Eher leise fiel dagegen die Rede des scheidenden Schulleiters, Reinhard Woltermann, aus. Er verzichtete auf ironische Randkommentare und verglich den erreichten Schulabschluss mit einer Treppe, auf der man immer höher steigt. Hat das Treppensteigen nun ein Ende?, fragte er und fügte die Antwort gleich anbei: Das Gymnasium wird bei Ihrer Rückschau auf der Treppe immer kleiner werden. Das ist auch gut so. Im Laufe des Lebens warten größere Herausforderungen auf Sie. Als Schulleiter hoffe er aber insgeheim, dass die Zeit am Gymnasium den Abiturienten nicht nur einen gewissen Wissensstand, sondern auch emotionale Intelligenz vermittelt habe.
Worte des Danks richtete Abiturient Hendrik Pancratz als Jahrgangssprecher an Lehrer, Eltern und Mitschüler: Jeder einzelne kann sich heute gewissenhaft auf die Schulter klopfen.
Drei Abiturientinnen hatten gleich doppelten Grund zur Freude. Julia Brinkmann, Maira Wilke und Lena Cloppenburg wurden von der Schule als Jahrgangsbeste ausgezeichnet.
