Friesoythe - Nach seiner 38-jährigen Dienstzeit an der Friesoyther Realschule in der Dr.-Niermann-Straße wurde Lehrer Michael Podkrajac jetzt auf eigenen Wunsch in den Ruhestand verabschiedet. Im Heimathuus in Bösel wurde am Mittwoch im Kreise der Kollegen Abschied gefeiert.
Der gebürtige Steinfelder legte 1980 an der Universität in Vechta die Lehramtsprüfungen für die Fächer Englisch, Geschichte und Politik ab. 1981 zog er mit seiner Familie nach Friesoythe, wo er neben seinen studierten Fächern über Jahrzehnte auch die Fächer Erdkunde und Arbeitslehre unterrichtete. An der ehemaligen Hauptschule mit Orientierungsstufe war er bis zu ihrer Auflösung 20 Jahre lang Fachbereichsleiter Gesellschaftskunde (GSW).
Einer seiner Arbeitsschwerpunkte war die Betreuung von Schülerwettbewerben zur politischen Bildung, bei der seine Hauptschüler wiederholt auch die Hauptpreise der Bundeszentrale für politische Bildung nach Friesoythe holten.
1998 gründete er mit einer polnischen Partnerschule in Jaszkotle bei Breslau einen deutsch-polnischen Schüleraustausch, den er mit seiner Ehefrau Hedwig bis 2016 jedes Jahr betreute. In dem 18-jährigen Engagement nahmen über 700 Schüler aus beiden Schulen daran teil.
Sein Schwerpunktthema im Unterricht war die Zeit des Nationalsozialismus. Sieben Mal führte er mit Schulklassen aus Friesoythe in der heutigen Gedenkstätte Auschwitz in Polen Projekte durch. Die von Podkrajac mit verschiedenen Schülergruppen organisierten Auschwitz-Wanderausstellungen „Hoffen auf ein Morgen“ (1997), „Mala und Edek – eine Liebe in Auschwitz-Birkenau“ (1998) und „Werden sie uns wehtun? – Kinder und Jugendliche in Auschwitz“ (2002) wurden alle von den jeweiligen Kultusministern persönlich mit dem zweiten Platz des niedersächsischen Schülerfriedenspreises ausgezeichnet und in einer Vielzahl von Orten von den Schülern selbst präsentiert.
