FRIESOYTHE - 9.35 Uhr, Mittwochmorgen auf dem Schulhof des Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG): In der großen Pause tummeln sich dort Müllmänner, Polizisten, Förster und Krankenschwestern. Auch ein Pilot, eine Volkssängerin und eine Gärtnerin sind zu sehen. Der Grund: Es ist Mottowoche am AMG. Seit drei Jahren feiert der jeweilige Abitur-Jahrgang so in der letzten offiziellen Schulwoche den Abschied vom Gymnasium.
Der Festausschuss des aktuellen Jahrgangs hat sich fünf verschiedene Mottos ausgedacht, eines für jeden Tag. Verkleiden ist für die insgesamt 120 Abiturienten des Jahrgangs keine Pflicht jeder kann, keiner muss. Am Mittwoch war das Thema Berufe, Montag und Dienstag hatten sich die Schülerinnen und Schüler bereits als Schulkinder am ersten Schultag und als Superhelden verkleidet. Für Donnerstag ist dann das Motto Jahrzehnte geplant und am Freitag verwandeln sich die Abiturienten in ihre Kindheitsidole.
Dabei geht es vor allem um den Spaß, erzählt Verena Seppel, die am Mittwoch als Malerin unterwegs war. Es geht nicht darum, dass die Kostüme möglichst authentisch sind. Bei den Superhelden wurden zum Beispiel Rettungsdecken zu Umhängen umfunktioniert und Boxershorts über Leggins gezogen, sagt sie.
Um die fünf verschiedenen Kostüme zu beschaffen ist Kreativität gefragt. Es gehe auch darum eine Woche lang noch einmal kindisch sein zu dürfen und den Abschied von der Schule in den Ernst des Lebens zu feiern, findet auch Louisa Tangemann, die sich für das Motto Berufe in eine stilechte Hausfrau mit Kittelschürze und Lockenwickler im Haar verwandelt hat. Ihr Traumberuf sei das natürlich nicht, betont die Abiturientin.
Unter der Lehrerschaft ist die Meinung zu ihren bunt verkleideten Schülern geteilt. Manche sehen die Aktion mit einem Augenzwinkern, andere können sich weniger dafür erwärmen, berichten die Schüler. Doch während der Mottowoche ist ihnen die Meinung anderer egal. Die Abiturienten wollen nur eins: Ihre letzte Woche vor dem Abi mit möglichst viel Spaß und in bunten Kostümen feiern.
