Friesoythe - Rund 13 Millionen Euro laut Kostenschätzung investiert der Landkreis in die Erweiterung und Sanierung der Elisabethschule in Friesoythe. Der Schulausschuss des Kreistages, der in der Friesoyther Förderschule tagte, gab am Donnerstagabend grünes Licht. Zunächst sollen sich Architekten in einem nicht offenen Planungswettbewerb Gedanken über die Erweiterung machen. Alleine für die Planung werden Kosten von geschätzt rund 95 000 Euro fällig.
Steigende Schülerzahlen
Es bestehe erheblicher Nachholbedarf in dem 1974 errichteten Gebäude, sagte Landrat Johann Wimberg. Davon hatten sich die Ausschussmitglieder im Vorfeld während einer Begehung überzeugen können. Dass die großen Investitionen, die sich auf die nächsten Jahre strecken werden, gerechtfertigt sind, zeige die steigende Zahl an Anmeldungen, sagte Schulleiterin Ilona Stiefs. Seit den Sommerferien seien alleine im Bereich Geistige Entwicklung zehn Schüler hinzugekommen. Die Inklusion in den Grundschulen „stockt“ und die Eltern hätten Wahlrecht, welche Schulform ihre Kinder besuchen sollen.
Im Schwerpunkt Lernen werden 36 Schüler in vier Klassen unterrichtet, im Bereich Sprache 62 Schüler in sieben Klassen an der Elisabethschule und an der Außenstelle Neuvrees sowie im Schwerpunkt Geistige Entwicklung 74 Schüler in elf Klassen. Aufgrund des Platzmangels werden auch im Schuljahr 2018/2019 noch einmal mindestens drei Klassenräume außerhalb der Elisabethschule benötigt. Container könnten für Entlastung auch während der Bauphase sorgen.
Erheblicher Mehrbedarf
Langfristig sieht der Landkreis Bedarf von 16 Klassenräumen für den Schwerpunkt Geistige Entwicklung mit 16 Gruppen- und Differenzierungsräumen und jeweils einer eigenen Küchenzeile. Im Schwerpunkt Sprache sollen zehn allgemeine Klassenräume geplant werden, jeweils zwei Klassen teilen sich einen Gruppen- und Differenzierungsraum.
Für den Schwerpunkt Lernen werden bis 2020 noch mindestens vier Lernklassen benötigt. Dieser Schwerpunkt wird aber im Zuge der Inklusion nach und nach abgebaut. Sollten diese Räume frei werden, könnten sie als Trainingswohnung genutzt werden, um die Selbstständigkeit der Schüler zu fördern. Räume für die Schülerfirmen sind ebenfalls zu schaffen, zudem Snoezelenräume sowie Räume für Autismus-Therapie, Psychomotorik, Ergotherapie, Logopädie. Der Verwaltungs- und Sanitärbereich, der ursprünglich für 30 Lehrkräfte gedacht war, muss ausgebaut werden. Mittlerweile sind mehr als 70 Mitarbeiter in der Schule beschäftigt – mit dem Resultat, dass auch Parkplätze fehlen. Weiter sollen ein zweiter EDV-Raum, Räume für Beratungslehrer und Sozialpädagogen und ein Sportübungsraum eingerichtet werden. Einher geht der Ausbau mit einer räumlichen Bündelung der Fachbereiche.
Start im Frühjahr 2019
Mit dem Start der Bauarbeiten ist nicht vor Frühjahr 2019 zu rechnen. Die werden sich über mehrere Jahre erstrecken. Das Bestandsgebäude soll nach Ende der Erweiterungsarbeiten saniert werden.
Mit der Tagesbildungsstätte des Caritas-Vereins in Altenoythe habe es im Vorfeld Gespräche auch über Kooperationsmöglichkeiten gegeben, antwortete Kreisrat Neidhard Varnhorn auf eine entsprechende Nachfrage. Diese seien derzeit aber unterbrochen, weil „uns die Zeit weggelaufen ist“.
Spätestens nach Abschluss der Bauarbeiten sollen auch die an den Außenstandort Neuvrees ausgelagerten Sprachheil-Klassen zurück nach Friesoythe kommen. Die Stadt Friesoythe hatte dem Kreis angeboten, das Gebäude dort für drei Jahre zu vermieten.
