FRIESOYTHE - FRIESOYTHE - Gründe für die Völkerwanderung –also „Reasons for migration of peoples“ – sind bei Lehrerin Petra Schulze Wierling genauso wichtig wie die Ermordung Caesars. Nur wenn die Lehrerin des Albertus-Magnuns-Gymnasiums zum Beispiel über Goten, Angelsachsen oder Germanen referiert, befinden sich die Schüler nicht im Englischunterricht, sondern lernen Geschichte.

Seit einem Jahr nehmen Siebtklässler am bilingualen Unterricht im Friesoyther Gymnasium teil. Und das mit Erfolg. Englischlehrer Marian Münch: „Die Schüler werden mutiger in meinem Unterricht. Sie versuchen einfach mal drauf los zu reden.“

Gerade das wollte die Fachobfrau für Englisch auch erreichen. Ziel war es, die Sprachkompetenz zu verbessern und den europäischen Gedanken an der Schule zu fördern. „Die Schüler lernen historisches und politisches Vokabular. Das können sie auch im alltäglichen Sprachgebrauch anwenden“, sagt Schulze Wierling. Dabei war die Reaktion der Geschichtsklasse, die aus Schülern mit guten Englischkenntnissen besteht, sehr positiv.

„Viele sagten, dass sie es ,cool‘ fänden. Die Siebtklässler waren sehr offen für die Sprache“, sagt die Lehrerin. Aber auch die Eltern zeigten sich davon angetan und mittlerweile wollen schon Teilnehmer deutschsprachiger Geschichtsklassen das Mittelalter auf Englisch behandeln. Um keinen unnötigen Druck aufzubauen, wird in Arbeiten nur das geschichtliche Wissen benotet. „Die Schüler müssen schon stetig Vokabeln lernen. Deswegen überlass ich den Englischlehrern die Grammatik“, sagt die Lehrerin. Das bilinguale Angebot ist ihrer Meinung aber noch ausbaufähig.

„Für das Schuljahr 2006/2007 könnte ich mir auch vorstellen, dass eine Erdkundeklasse auf Englisch unterrichtet wird“, so die Geschichts- und Englischlehrerin.