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Bildung In Friesoythe Unsere Schüler wissen Bescheid

Friesoythe - Der Historiker Michael Wolffsohn hat am Tag der Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag Ende Januar die Gedenkkultur kritisiert. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk wies er darauf hin, dass 40 Prozent der Schüler in Deutschland nicht wüssten, was Auschwitz sei. Damit bezog er sich auf eine Studie der Körber-Stiftung (2017).

Wie wird an den Friesoyther weiterführenden Schulen das Thema Holocaust behandelt und haben die Schüler noch Interesse daran? Die NWZ hat bei der Realschule, dem Albertus-Magnus-Gymnasium und den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Friesoythe wie der Heinrich-von-Oytha Oberschule in Altenoythe nachgefragt.

Realschule

An der Realschule wird das Thema Holocaust schwerpunktmäßig in den Jahrgängen acht und neun behandelt. „Wir haben Zeitzeugen hier, besuchen die Gedenkstätte in Esterwegen, machen Ausstellungen. Wir sind ganz aktiv“, sagt Schulleiter Hermann Meemken. Darüber hinaus werde der Holocaust fächerübergreifend bearbeitet und nehme einen großen Anteil im Unterricht ein. „Ein Thema, dass immer wiederkehrend kommt“, sagt der Schulleiter. Gerade ein Ausflug nach Esterwegen bewege die Schüler sehr.

Gymnasium

Auch am Albertus-Magnus-Gymnasium taucht das Thema Holocaust in verschiedenen Bereichen auf. Mit einem Umfang von etwa 20 Stunden werde der Nationalsozialismus im Fach Geschichte in der neunten und zehnten Klasse schwerpunktmäßig unterrichtet, sagt Schulleiter Peter Stelter. „Religion, Deutsch und Geschichte greifen da ineinander“, erklärt der Pädagoge. Im Fach Deutsch werde beispielsweise ein passendes Buch wie „Der gelbe Vogel“ gelesen. Dokumentarfilme oder der Film „Schindlers Liste“ gehören ebenfalls dazu sowie die Besichtigung der Gedenkstätte in Esterwegen und die Berichte der Zeitzeugin Erna de Vries.

„Man merkt, diese Generation verlässt uns“, sagt Stelter, „die persönliche Erfahrung mit Eltern und Großeltern fehlt den Jugendlichen langsam. Deshalb muss das im Unterricht erarbeitet werden. Und da reicht es nicht, an der Oberfläche zu kratzen. Man muss den Schülern das Thema erschließen.“

BBS

Ebenfalls nimmt das Thema an den BBS eine große Rolle ein. „Das ist für die Schüler sehr anspruchsvoll, was das Emotionale anbelangt“, sagt Schulleiterin Marlies Bornhorst-Paul. In der Fachoberschule besichtigen die Schüler das Konzentrationslager Auschwitz, arbeiten das Thema im Unterricht vor und nach, gucken Dokumentarfilme und erarbeiten die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit. Die Schüler des Beruflichen Gymnasiums besichtigen im 12. Jahrgang das Anne-Frank-Haus in Amsterdam und werden in einem Halbjahr gleichermaßen für das Thema sensibilisiert.

Darüber hinaus beteiligt sich die Schule an dem Projekt „Leuchterübergabe“ von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Oldenburger Münsterland, das an die Zeit der Judenverfolgung erinnern und eine Mahnung für die Gegenwart sein soll.

„Die Schüler interessieren sich sehr für diese Themen. Sie haben immer viele Fragen dazu“, sagt Bornhorst-Paul.

Oberschule

Holocaust und Drittes Reich sind an der Heinrich-von-Oytha-Schule vor allem in den neunten Klassen Thema, berichtet Sandra von Höfen, Fachleiterin Geschichte, Erdkunde, Politik (GSW). Dazu gehöre immer auch der Bezug zur Gegenwart. In verschiedenen Projekten wie „Schule ohne Rassismus“ setzen sich die Schüler zudem mit Fremdenfeindlichkeit auseinander. In der neunten Klasse steht auch die Fahrt nach Berlin auf dem Kalender – inklusive Besichtigung verschiedener Mahnmale.

Um aber die Ausmaße des Holocaust begreifbar zu machen, genüge der Unterricht nicht. Dafür sei der Besuch in den KZ-Gedenkstätten notwendig, ist die Pädagogin überzeugt – nur fehlte dafür oft die Zeit.

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