FRIESOYTHE - Eigentlich arbeiten sie meistens im Hintergrund und ohne viel Aufhebens. Doch das, was Johanna Albers und Anita Faske seit nunmehr 20 Jahren leisten, hat für diejenigen, die davon profitieren, unschätzbaren Wert. Albers und Faske schulen im Auftrag des Katholischen Bildungswerkes Friesoythe Erwachsene mit Lese- und Schreibschwächen. In einer kleinen Feierstunde mit Mitarbeitern des Bildungswerkes würdigte der Vorsitzende des Katholischen Bildungswerkes, Ferdinand Cloppenburg, die Leistung der beiden Pädagogen als beispielhaft.
Das Problem des Analphabetismus ist nach den Worten Cloppenburgs viel verbreiteter als gemeinhin angenommen. Mehr als vier Millionen Menschen seien allein in Deutschland davon betroffen. Und es gebe darüber hinaus eine hohe Dunkelziffer. Umso bedeutender seien die Anstrengungen von Pädagogen wie Johanna Albers und Anita Faske, die in ihrer Freizeit Betroffene betreuen. In den zurückliegenden 20 Jahren seien es mindestens 200 gewesen, schätzt Albers. Ihnen wurde durch die Kurse des Bildungswerkes ein neues Leben mit deutlich verbesserten Möglichkeiten geboten. Ferdinand Cloppenburg formulierte es noch deutlicher: „Da wurden Menschen glücklich gemacht.“
Größtes Problem für die Pädagogen ist es, die Betroffenen überhaupt erstmal dazu zu bewegen, ihre Scham zu überwinden und so den Schritt aus der Isolation durch fehlende Lese- und Schreibkenntnisse zu schaffen. „Sind sie erst mal bei uns, bleiben sie in der Regel bei der Stange“, sagte Albers. Eine besondere Bedeutung komme dabei der Aufmerksamkeit und Initiative von Bekannten und Verwandten zu, erläuterte Anita Faske weiter. Sie könnten den betroffenen am ehesten helfen, indem sie sie dazu drängten, die angebotenen Kurse wahrzunehmen.
In 37 Stunden werden die Kursteilnehmer übers Jahr geschult, und das in kleinen Schritten und ohne Stress. Das Angebot ist gebührenfrei. Weitere Informationen unter 04491/933011.
