Friesoythe - Hinter dem Gebäude „Dr.-Niermann-Straße Nummer 8“ liegt eine wechselvolle Geschichte. Hauptschule, Realschule, Orientierungsstufe oder Fachoberschule – fast alle Schulformen sind in dem Gebäudekomplex direkt neben der eigentlichen Realschule schon untergebracht gewesen. Jetzt soll das Gebäude erneut eine neue Funktion bekommen – mit der Ludgerischule zieht nun erstmals eine Grundschule in den Komplex. Dafür hat sich der Schulausschuss der Stadt Friesoythe in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig ausgesprochen.
„Ich glaube, wir können der Verwaltung dankbar sein für die perfekte Vorbereitung der Maßnahme. Gleichzeitig hat der Arbeitskreis sehr konstruktiv und zielorientiert gearbeitet und ist zu einem besten Ergebnis für alle Seiten gekommen“, freute sich Ausschussvorsitzender Wilhelm Bohnenstengel (SPD). Ähnlich sieht es Matthias Wallschlag von der CDU/FDP-Fraktion: „Ich denke, wir können stolz auf das Ergebnis sein. Die Zusammenarbeit im Arbeitskreis lief hervorragend“.
Der Umzug der Ludgerischule wurde notwendig, da im Kernort Friesoythe die Schülerzahl immer weiter stieg. Zuletzt war die Ludgerischule an der Barßeler Straße vierzügig geplant. „Für eine vierzügige Grundschule ist das Gebäude an der Barßeler Straße aber nicht geeignet. Dafür fehlt letztendlich der Platz“, sagte Heidrun Hamjediers, Erste Stadträtin. Nach Prüfung diverser Standorte unter Berücksichtigung der Kosten kam für die Verwaltung nur ein Umzug der Grundschule in den Gebäudekomplex an der Dr.-Niermann-Straße in Frage. „Beide Schulen wurden in die Planungen mit einbezogen“, so Hamjediers.
Letztendlich soll zwischen den Gebäuden ein Zwischentrakt entstehen, der für rund vier Millionen Euro den zusätzlichen Raumbedarf von ungefähr 1500 Quadratmetern decken soll. Dafür zieht die Realschule zurück in das Gebäude mit der Hausnummer 10 und die Ludgerischule richtet sich im alten OS-Trakt ein, der zur Zeit von der Realschule und der BBS Friesoythe genutzt wird.
„Wir sind besonders froh darüber, dass die Schulleiter von beiden Schulen mit den Planungen des Arbeitskreises einverstanden sind. Niemand sollte hierbei auf der Strecke bleiben“, so Erste Stadträtin Hamjediers. Neben den Schulleitern haben sich das Konzept aber auch die Gleichstellungsbeauftragte und der Schulelternrat angeschaut. Dem ist besonders die Gestaltung des Außenbereichs wichtig. „Wir sprechen uns für eine Einbahnstraßenregelung vor der neuen Schule aus, damit der Abholverkehr der Eltern reibungslos laufen kann“, sagte Katrin Hardenberg vom Schulelternrat. Im Beschluss wurde die Verwaltung ferner beauftragt, die Architektenleistungen öffentlich auszuschreiben.
Was mit dem alten Standort an der Barßeler Straße passieren soll, ist noch nicht geklärt. „Falls das Grundstück veräußert wird, sollte der daraus resultierende Erlös ausschließlich schulischen Zwecken dienen“, forderte Hardenberg weiter.
