FRIESOYTHE - Den baldigen Neubau einer Sporthalle für den Schulsport hat der Vorsitzende des Friesoyther Stadtelternrates, Stefan Behrens (39), vorgeschlagen. Behrens verweist zur Begründung auf die anhaltend hohen Ausfälle von Sportunterricht an Schulen in Friesoythe. Die Sporthalle am großen Kamp, die von der Realschule, dem Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) und der Elisabethschule genutzt wird, sei „gnadenlos überbelegt“, sagte Behrens im Gespräch mit der NWZ .

Bereits im vergangenen Winter hatte die Realschule die Unterrichtsausfälle kritisiert. Konrektor Rolf Schliephake am 10. Februar 2009 in der NWZ : „Eigentlich benötigen wir pro Woche die Halle für 140 Unterrichtsstunden. Wir können sie nur mit 90 Stunden belegen. Der Rest des Sportunterrichts muss ausfallen.“ Regelkonformer Sportunterricht sei wegen der hohen Schülerzahlen nicht möglich. Ganze Klassen müssten auf Gymnastik- und Geräteraum ausweichen.

Besonders in den Wintermonaten stelle sich die Überbelegung der Halle als großes Problem dar, sagt Stefan Behrens. Im Sommer könnten die Schülerinnen und Schüler den Sportunterricht hingegen im Freien absolvieren. Der Stadt Friesoythe seien die Probleme lange bekannt. Stefan Behrens: „Ich frage die Verantwortlichen, warum sie nicht handeln und für eine Verbesserung der Situation sorgen.“ Behrens fragt, warum zum Beispiel keine Gelder aus dem Konjunkturpaket II des Bundes für einen Hallenneubau eingesetzt werden. Diese Frage müsse schnellstens geprüft werden.

Und Behrens stellt weitere Fragen: „Was hat die Stadt Friesoythe eigentlich in den letzten 20 Jahren für Kinder und Jugendliche getan?“ Das Jugendzentrum sei vor Jahren abgeschafft worden. Einen Ersatz gebe es bis heute nicht. Behrens: „Und das in einer so kinderreichen Region.“ Alternativen für Kinder und Jugendliche würden allerdings in den Vereinen angeboten.

Die Einrichtung weiterer Ganztagsschulen könne möglicherweise für eine Entlastung sorgen. Behrens verweist auf die Heinrich-von-Oytha-Schule Altenoythe, die erfolgreich als Ganztagschule arbeitet, und auf die Ludgeri-Grundschule in Friesoythe, die ab dem Sommer Ganztagsschule ist. Zudem funktioniere das AMG mit seinen Angeboten an den Nachmittagen bereits als eine Art „verdeckte“ Ganztagsschule: „An diesen Schulen können Kinder und Jugendliche auch an den Nachmittagen sinnvoll beschäftigt werden.“

Stefan Behrens in Richtung Rathaus: „Wir müssen die Frage stellen, ob es nicht sinnvoll ist, auch an der Realschule ein Ganztagsangebot einzurichten. Dort werden immerhin 760 Kinder unterrichtet.“ Eine weitere Ganztagsschule könne dafür sorgen, dass es weitere Alternativen für Kinder und Jugendliche an Nachmittagen gibt. Da lohne ein Blick über die Stadtgrenze nach Bösel und Ramsloh, wo die Realschulen bereits Ganztagsschulen seien.