FRIESOYTHE - „Am Anfang hatte ich ein wenig Angst, aber die Fahrt hat richtig Spaß gemacht“, sagt Michelle Brunken (11), während die anderen 26 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 b der Realschule Friesoythe und die Fachlehrerin Surmann gespannt auf das ADAC-Auto warten. Mit 150 Meter Anlauf simuliert der ADAC-Moderator Gerhard Kreie eine scharfe Vollbremsung. Bei jeder Fahrt dürfen jeweils drei Mutige aus der Klasse im Auto mitfahren.

Das Verkehrssicherheitsprogramm „Achtung Auto“ vom ADAC fördert an drei Tagen, vom 29. September bis zum 1. Oktober, die Verkehrserziehung der Schüler der Realschule Friesoythe. Die Schüler beschäftigen sich unter anderem mit der Formel: „Reaktionsweg plus Bremsweg ist gleich Anhalteweg“ und setzen diese in reale Verkehrssituationen auf dem Großen Kamp in Friesoythe um. Und das gefällt den Kindern. „Das mit den Bremsweg ist echt interessant“, so Sascha Ahlers (10). Auch seiner Mitschülerin Jana Prumbach (11) gefällt diese mal andere Schulstunde: „Ich habe viel Neues gelernt“, so die Realschülerin.

Das Programm soll den Kindern die richtige Sicherung im Auto durch „Learning by doing“ näher bringen, in dem sie den Zusammenhang zwischen Geschiwindigkeit, Reaktionszeit, Bremsweg und Fahrbahnbeschaffenheit erleben. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler aus Friesoythe den Anhalteweg von Fußgängern und Fahrzeugen besser einschätzen können.

Zusätzlich gelingt es Kreie den Kindern zu veranschaulichen, warum ein Kind mit einer Körpergröße unter 1,50 Meter eine Kindersitzerhöhung im Auto braucht. Kreie schnappt sich eine kleine Schülerin, legt seinen Arm von hinten um ihren Hals, womit er den zu hohen Anschnallgurt simuliert, und fragt die anderen Verdutzten der Klasse: „Na, was würde jetzt bei einer Vollbremsung passieren?“ Die Antwort ist für die Schüler offensichtlich: Bei einem Unfall bestünde Lebensgefahr.

Durch die aktive Teilnahme der Kinder an dem Programm sind die Schülerinnen und Schüler nach einigen Ermahnungen aufmerksam bei der Sache und lernen eine Menge. „Wir werden hier aufgeklärt. Ich bin jetzt noch vorsichtiger, wenn ich über die Straße gehe“, so Realschülerin Franziska Raker (10).

Abschließend überreicht Kreie Fachlehrerin Surmann Informationsmaterialien und ein Lehrerhandbuch, da die Klasse 5 b das Thema Verkehrserziehung im Unterricht noch aufarbeiten wird. Gerhard Kreie war das letzte Mal vor zwei Jahren mit dem Verkehrssicherheitsprogramm an der Realschule Friesoythe und vor einigen Wochen auch bei den Klassen des Albertus-Magnus-Gymnasium zu Gast.

An den drei Tagen unterrichtet Kreie rund 180 Schülerinnen und Schüler der Realschule Friesoythe in Verkehrserziehung. „Mir macht die Arbeit mit den Kindern Spaß, da ich voll hinter diesem Programm stehe. Wir haben im Weser-Ems-Gebiet bereits 200 Schulen mit dem ADAC-Programm besucht. Ich bin immer wieder gerne in Friesoythe. Hier ist alles gut organisert, die Absperrungen sind vorbildlich“, sagt Kreie.

Er hofft, dass er auch im kommenden Jahr das Verkehrssicherungsprogramm „Achtung Auto“ an der Realschule Friesoythe vorstellen kann.