FRIESOYTHE - Nicht nur darüber reden, wie die Welt verbessert werden kann, sondern selbst Gutes tun, sagten sich 15 Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen der BBS vom Fachgymnasium Wirtschaft, als das Thema Armut in ihrem evangelischen Religionsunterricht besprochen wurde. Ihre Religionslehrerin Hanna Rieken lobte und unterstützte den Plan zu helfen, zumal es Christenpflicht sei, vom Reichtum abzugeben. Nach einigen Überlegungen entschieden sich die Schüler für die Böseler Tschernobyl-Aktion.
Sie wollten den 40 Kindern aus Weißrussland, die sich zurzeit für vier Wochen in Bösel und Umgebung bei deutschen Familien erholen, helfen.
In Friesoyther Schuhgeschäften besorgten sich die Jugendlichen Kartons, die sie mit Schulsachen – Bunt- und Bleistiften, Kugelschreibern, Heften, Zeichenblöcken –, aber auch mit Spielsachen, Stofftieren und mit Modeschmuck wie Halsketten, Armreifen, Ringen sowie Haarspangen füllten.
Die Hilfsaktion der elften Klassen hatte sich schnell herumgesprochen und so kamen auch Schüler aus anderen Klassen und unterstützten die Aktion.
Auch die Sozialen Werkstätten der Caritas Altenoythe beteiligten sich und spendeten Spielzeug. Insgesamt konnten 65 Pakete unterschiedlicher Größe gepackt werden. Die großen Pakete, die mit Sachen für mehrere Kinder gefüllt waren, und von den Kindern nicht mitgenommen werden können, werden Tschernobyl mit dem nächsten Hilfstransport der Böseler erreichen.
Der Schulleiter der Böseler Haupt- und Realschule Herbert Bley, der die Tschernobylaktion leitet, kam mit drei Tschernobyl geschädigten Kindern Timmi, Alexej und Senja in die BBS an der Thüler Straße, das Trio nahm stellvertretend für ihre Freunde die Pakete in Empfang. Mit dabei waren auch die Begleiterinnen der russischen Kinder Mascha Famliuk, eine Deutschlehrerin und Donija Bob, eine Fremdsprachen-Studentin für Deutsch, Italienisch und Englisch. Sie dankten auf Deutsch im Namen aller Kinder und waren sich sicher, dass die Freude groß sein werde. Freude zeigten aber auch die jugendlichen Helfer. „Mein Vater nannte mir ein altes Sprichwort: ‚Geben ist seliger denn nehmen‘, erzählte Kerstin und betonte, dass er Recht habe. Sie freue sich, anderen geholfen zu haben. Sie stelle sich die strahlenden Gesichter der Kinder beim Auspacken der Pakete vor und betonte, dass es ein tolles Glücksgefühl sei für Freude bei anderen Menschen gesorgt zu haben.
