FRIESOYTHE - „Wir müssen immer spüren, dass sich jemand um uns sorgt“. So fangen die Straßenkinder Laura (14), Maria (14), Eugen (15) und Artur (18) ihre Geschichte an. Schon seit langer Zeit oder seit der Geburt leben sie in Friesoythe und Umgebung. Verschiedene Probleme verhinderten bislang, dass sie sich hier wohl fühlen.
Die vier Jugendlichen haben sich auf der Straße kennengelernt. Zur Zeit brauchen sie aber nicht nach Treffpunkten zu suchen. Inzwischen treffen sich die Jugendlichen viel lieber im Büro von Alexander Elagin, einen Sozialstraßenarbeiter oder auf Englisch „Streetworker“, an der Moorstraße 8, um miteinander zu reden.
Gefühl von Sicherheit
„Wir haben hier nicht einen Leiter, sondern einfach einen älteren Gefährten gefunden. Er hilft uns immer, unsere Freizeit zu gestalten. Etwa mit Spielen, Lesen oder Sport treiben. Hier wissen wir, dass unser Schicksal jemandem wichtig ist“, sagt Maria.
Die Jugendlichen berichten, dass sich ihr Leben ganz enorm verändert hat, seitdem sie den Streetworker kennengelernt haben. Jetzt fühlen sie sich sicherer und freuen sich schon auf das neue Jugendzentrum, das im August dieses Jahres eröffnet wird.
German Hamann, der Vorsitzende des Präventionsrates der Stadt Friesoythe, ist sicher, dass das Jugendzentrum die Jugendbetreuung in Friesoythe verbessert. Das Projekt „Streetworker“ startete im Oktober 2007. Es wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Die Förderung ist bislang auf drei Jahre angelegt. Das Fortbestehen des Projektes ist deshalb nach dem Oktober dieses Jahres noch offen.
Lernen für die Zukunft
Der Streetworker versucht zusammen mit German Hamann und Johannes Petri, dem pädagogischen Mitarbeiter der Berufsbildenden Schule Friesoythe (BBS), den Jungen und Mädchen dabei zu helfen, ihren eigenen Lebensweg zu finden. Die Jugendlichen können so schon über ihre Pläne für die Zukunft berichten. Laura möchte beispielsweise Friseurin werden und Maria beginnt nach der Hauptschule ihre Ausbildung als Zahnarzthelferin in Cloppenburg. Eugen interessiert sich dagegen für den Beruf des Fahrzeugmechanikers und Arthur möchte gern zur Bundeswehr.
Alle vier Jugendlichen versprechen ihren Förderern, sich anzustrengen und lebenslang für ihre Zukunft zu lernen.
