Friesoythe - In der Ludgeri-Schule Friesoythe ist am 25. Oktober das Programm „1000 Schätze“ gestartet, das sich der Gesundheitsförderung und Suchtprävention von Erstklässlern widmet. Im Schwerpunkt geht es um den Ausbau von Lebenskompetenzen, Bewegung und Entspannung. Die Ludgeri-Schule ist eine von über 15 Pilotschulen in Niedersachsen, die das Programm bis Herbst 2018 testen.

Laut Studien hat fast jedes vierte Kind in Deutschland ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen oder Störungen. Das „1000 Schätze“-Programm greift den modernen ressourcenorientierten Ansatz auf, der sich nicht auf die Risiken und Probleme konzentriert, sondern vor allem auf das Erkennen und den Ausbau vorhandener Stärken. Das modulare Programm beinhaltet zwölf Klassenmodule für die Kinder, mehrere Elterntreffen und Konzepte für die Schule als Organisation. Da die Kinder in der ersten Klasse noch nicht lesen können, werden den Lehrkräften viele Materialien mit Bildern und Symbolen zur Verfügung gestellt. Die Materialien für die Elternarbeit, wie etwa eine Broschüre mit Informationen zu einem Schultag oder ein interaktiver Elternbrief, stehen in sechs Sprachen zur Verfügung.

„Als wir von der regionalen Präventionsfachkraft Katharina Deeken von der Fachstelle für Suchtprävention der Stiftung Edith Stein bezüglich einer Teilnahme angesprochen wurden, waren wir sofort interessiert“, berichtet Annette Niemann, durchführende Lehrkraft des Projektes. Angesichts der Herausforderungen durch die Inklusion von Kindern mit einer Behinderung und mit Migrationshintergrund, sei ein Programm, das die vielfältigen Voraussetzungen der Kinder in sprachlicher, kultureller und intellektueller Hinsicht berücksichtigt, sehr hilfreich.

Geschichten und spielerische Übungen geben Impulse zum hilfreichen Umgang mit Stress, Ängsten und Konflikten. Zusammen mit den Liedermacherinnen Sonja Blattmann und Karin Derks entstand die eigens für das Programm konzipierte CD „In mir sind 1000 Schätze“. Auf der CD finden sich Lieder zur Wertschätzung von Verschiedenheit, von kleinen Alltagsfreuden oder für den eigenen Körper. Andere Lieder fördern Bewegung wie beispielsweise ein Koordinations-Tango oder der Respekt-Rap.

Eines der optionalen Module gibt Lehrkräften Anregungen zur Unterstützung von Kindern aus suchtbelasteten Familien. Durch die Zusammenarbeit mit den regionalen Fachstellen für Suchtprävention wird eine engere Vernetzung der Schule erreicht, gleichzeitig profitieren die Schulen von der Kompetenz der Experten im Umgang mit diesem schwierigen Thema.

Das „1000 Schätze“-Programm wird koordiniert von der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen und begleitet von Präventionsfachkräften. Das Programm wurde von Dr. Heidi Kuttler, Cooptima, entwickelt und wird von der Kaufmännischen Krankenkasse unterstützt.

Zeigt die Pilotphase in Niedersachsen gute Erfolge, ist die bundesweite Verbreitung des Programms angedacht.