FRIESOYTHE - „Wenn andere Leute Fahrrad fahren, um nach einem anstrengenden Arbeitstag den Kopf frei zu bekommen, greife ich zum Pinsel. Malen ist für mich Erholung. Da vergesse ich Zeit und Raum.“ Christa Anneken (45) aus Friesoythe ist Lehrerin an der Fachoberschule Gestaltung in Cloppenburg. „Malen ist für mich auch ein Ventil,“ sagt die Künstlerin, die ihre Freizeit größtenteils an der Staffelei verbringt.
Bereits als Kind hat Christa Anneken sich gerne mit dem Malen beschäftigt. Der Kunstunterricht in der Schule stellte einst die Weichen für ihr späteres Leben: „Meine Kunstlehrerin am Albertus-Magnus-Gymnasium war Ursula Gerwing. Da habe ich im Kunst-Leistungskursus viel gelernt. Das hat mich sehr geprägt.“ Zuerst hat Christa Anneken viel mit dem Bleistift gezeichnet. Später probierte sie es auch mit Ölfarben, dann mit Acrylfarben. Damals war sie gerade 19 Jahre alt.
Besonderer Glanz
Gegenständliche Malerei war dann zunächst ihr Ding. Stillleben, Bauernhöfe oder alte Häuser entstanden auf Papier. Als dann beim Bildungswerk in einem Kursus die sehr spezielle Maltechnik „Ei-Tempera“ angeboten wurde, nahm Christa Anneken teil – und fand schnell sehr viel Gefallen. Bei Ei-Tempera werden Farben mit rohen Eiern gemischt. Christa Anneken. „Das verleiht den Farben einen besonderen Glanz.“
Vor einigen Jahren lernte die Friesoytherin die Künstlerin Astrid Hübbe aus Oldenburg kennen. Christa Anneken besucht ihre Atelierklasse, lernt ständig hinzu, verbessert ihren Stil und ihre Technik. In der Klasse wird gemeinsam mit anderen Künstlern gemalt. Auch hier wird mit Ei-Tempera gearbeitet. Ganz nach dem Geschmack von Christa Anneken. Bei Ei-Tempera werden oft viele Farbschichten übereinander gemalt, erläutert Anneken diese besondere Technik. Ihre Themen und die Motivauswahl haben „unbedingt etwas mit meiner Stimmung zu tun,“ sagt die Malerin aus Friesoythe. Aspekte der Stille seien es, die sie immer wieder begeisterten und die sie in ihren Bildern auszudrücken versuche.
Keine Vorlagen
Anneken malt nicht nach Vorlagen. Sie mag das freie Arbeiten. „Für mich ist eine Sache gelungen, wenn das Bild beim Betrachter etwas auslöst. Ich finde es schön, wenn den Menschen meine Bilder etwas sagen können.“ Zunächst wählte sie kleine Formate. Inzwischen hat sich Anneken auch der großflächigen Malerei verschrieben. Ausstellungen in Wardenburg, Oldenburg oder Delmenhorst bestätigten sie in ihrer Arbeit. Dass sich nun in Friesoythe die Künstler organisieren und im alten Schlachthof an der Burgstraße sogar die eigenen Werke zeigen konnten, ist für sie eine „wunderbare Entwicklung“: „Ich freue mich, dass wir hier gemeinsam etwas auf die Beine stellen.“
