Friesoythe - Was heißt Tod? Was ist der Himmel? Was lebt und was kann sterben? Wie läuft eine Beerdigung ab? Kinder haben viele Fragen zum Thema Sterben und Tod. Doch oftmals wird versucht, Mädchen und Jungen von dieser Thematik fern zu halten, sei es im Elternhaus, sei es in der Schule.
Um dieses Tabu aufzubrechen, gibt es das Projekt „Gib mir Sicherheit“, das der Ambulante Hospizdienst der Malteser in Friesoythe an Grundschulen in der Region durchführt. In den vergangenen drei Tagen waren Hospizdienstmitarbeiterinnen in der Friesoyther Grundschule zu Gast, um mit allen Drittklässler über Tod, Verlust und Trauer zu sprechen.
„Es sind im Grunde natürlich ernste Themen, doch sich mit Kindern darüber zu unterhalten, ist immer wieder spannend – und macht auch Spaß“, sagt Hospiz-Koordinatorin Marlies Steenken. Gemeinsam mit Hospiz-Koordinatorin Karin Kellermann sowie den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Margot Ohms, Silke Bührmann, Maria Pekeler und Birgit Buschermöhle sprach sie mit den Grundschülern offen über die Gefühle. „Jeder konnte seine Emotionen so ausdrücken, wie er wollte, und die anderen hatten diese zu achten“, sagte Steenken. Das Projekt habe den positiven Effekt, dass durch die offene und vertrauensvolle Art die Schulgemeinschaft gestärkt werde.
Es sei aber auch Sinn des Projektes, dass Kinder auch mit den Eltern, Großeltern, Lehrern und generell mit Erwachsenen ins Gespräch kommen. Das sei wichtig, erzählt Steenken, denn: „Je ängstlicher die Erwachsenen dem Thema Sterben, Tod und Trauer gegenübertreten, desto mehr verunsichern sie die Kinder, desto größer ist die Entwicklung der oft unheimlichen Fantasien der Kleinen.“ So hätte zum Beispiel ein Kind gedacht, dass der gestorbene Opa sofort nach dem Tod zum Skelett wird und hatte daher unheimliche Angst, den Opa tot zu sehen.
Dass das Projekt der Malteser etwas bringt, davon sind die ehrenamtlichen Helfer und auch die Lehrer überzeugt. So gebe es Kinder, die sehr zurückhaltend gewesen seien, sich dann aber doch geöffnet hätten, und sei es nur im Zweiergespräch. Andere Kinder hätten nach dem Projekt ihre Eltern so weit gebracht, dass sie mit ihnen Fotos von mittlerweile verstorbenen Menschen darauf anschauen. Oder sie gingen zum ersten Mal gemeinsam auf den Friedhof. „Das alles zeigt uns, wie wichtig und gut es ist, mit den Kindern so ein Projekt zu machen“, sagt Steenken.
