FRIESOYTHE - Seit Beginn des Schuljahres ist der 8. und 9. Jahrgang des AMG in der Außenstelle untergebracht. Schüler und Lehrer haben sich mit dem neuen Standort notgedrungen arrangiert.
von Thomas Neunaber
FRIESOYTHE - „Das Umsteigen am Hansaplatz nervt ziemlich“, stöhnt Lisa Meiners-Hagen. Die 15-Jährige besucht die Klasse 9a des AMG und muss sich jeden Morgen und jeden Mittag in einen übervollen Schulbus quetschen. Mit Beginn des Schuljahres ist nämlich der komplette 8. und 9. Jahrgang des Gymnasiums nicht mehr am Hansaplatz, sondern in der neuen Außenstelle an der Dr.-Niermann-Straße untergebracht.Für Lisa bedeutet der Wechsel zweimal täglich Umsteigen. Für ihre Lehrer hat mit dem Umzug der Kampf gegen die Uhr begonnen. Sie müssen sich sputen, um beim Pendeln zwischen den Standorten Hansaplatz und der Außenstelle nicht zu spät zum Unterricht zu kommen. Für die hin- und herwechselnden Lehrkräfte wurden inzwischen seitens der Schulleitung extra Fahrräder angeschafft. Häufig gelingt aber selbst beim kräftigen Tritt in die Pedale nicht das pünktliche Eintreffen am Schulort. Grund: Die Strecke ist einfach zu weit (Luftlinie rund zwei Kilometer), um sie in den kurzen Pausenzeiten pünktlich zum Beginn der nächsten Stunde zu bewältigen. „Oft fängt der Unterricht fünf bis zehn Minuten später an“, berichtet Lisa Münzebrock vom 9. Jahrgang des AMG. Der Tatsache der „pendelnden und unpünktlichen Pauker“ können manche auch Gutes abgewinnen. „So bleibt mehr Zeit, um die Hausaufgaben abzuschreiben“, grinst ein Schüler. „Manchem Lehrer merkt man richtig an, dass er ziemlich abgehetzt und mit
der jetzigen Situation unzufrieden ist“, berichtet eine andere Schülerin.
„Die Außenstelle ist eine bloße Notwendigkeit“, betont AMG-Rektor Reinhard Woltermann. Derzeit besuchen nach seinen Angaben rund 1500 Schüler von der 5. bis zur 13. Jahrgangsstufe das AMG. In der Außenstelle an der Dr.-Niermann-Straße sind davon in zwölf Klassen insgesamt 335 Schüler untergebracht.
„Am besten wäre es, wenn das Gymnasium komplett am Hansaplatz untergebracht wäre“, findet Lisa Münzebrock. Auch für den 13-jährigen Lars Müller ist ein zentraler AMG-Standort ohne Außenstellen die Ideallösung. „Doch das werde ich in meiner Schulzeit wohl nicht mehr erleben“, prophezeit der 13-Jährige.
Tim Stenske (14) macht den Vorschlag, dass leerstehende Gruppenräume am Außenstandort von den Schülern als Pausen- oder Lernräume genutzt werden dürfen. „Mir ist es in der gemeinsamen Pausenhalle mit den Realschülern oft zu eng“, so der Achtklässler. Deshalb wünscht er sich eine separate Pausenhalle für die AMG-Eleven. Ansonsten ist er mit den frisch renovierten Räumlichkeiten der Außenstelle zufrieden. Mit den „Nachbarn“ von der angrenzenden Realschule gibt es nach seiner Beobachtung keine Probleme. „Die Realschüler kabbeln sich manchmal untereinander, aber uns lassen sie in Ruhe“, so Tim Stenske.
„Die Ausstattung der Fachräume mit Instrumenten und Materialien müsste hier einfach besser sein“, klagt Ann-Cathrin Albers von der 8f des AMG. Die 14-Jährige freut sich bereits auf das 10. Schuljahr. „Dann bin ich endlich wieder am Hansaplatz“.
