FRIESOYTHE/SEDELSBERG - Großer Katzenjammer – Zurzeit werden dutzende Katzenwelpen aufgefunden. Viele können sich nicht alleine ernähren. Der Tierschutzverein Friesoythe und Umgebung kennt das Problem. Besonders im Frühjahr und im Herbst werden viele junge Katzen gefunden. „Nicht selten sind es Nachkommen ganz normaler Stubentiger, die für den Halter völlig unerwartet Nachwuchs bekommen“, schildert Tierheimleiterin Rita Schulte das Problem.
Deshalb appelliert der Tierschutzverein an alle Katzenbesitzer, ihre Verantwortung ernst zu nehmen und ihre Tiere möglichst früh kastrieren zu lassen. Denn bereits mit sechs Monaten sind Katzen geschlechtsreif.
Wer streunenden Katzen helfen möchte, sollte dies auf sinnvolle Weise tun. „Das Füttern von verwilderten Katzen ist zwar gut gemeint, verursacht aber noch größeres Katzenleid“, betont Schulte. Denn durch die Fütterung können sich die Tiere noch besser fortpflanzen. Um die Überpopulation frei lebender Katzen zu vermeiden, helfe es nur, diese kastrieren zu lassen. „Eine Kastration kostet um die 95 Euro“, sagt Tierheimmitarbeiterin Sigrid Kleen. Wichtig sei, dass nicht nur die weiblichen Katzen sondern auch die Kater kastriert werden.
„Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, mahnt Schulte. Die gemeindliche Aufgabe, in Not geratene Katzen aufzunehmen, hat in der Region Friesoythe der Tierschutzverein übernommen. Doch die Kapazitäten im Tierheim reichen nicht, um alle Katzen aufzunehmen. Außerdem gelten nicht alle freilaufenden Katzen als Fundtiere. Der Platz im Tierheim reicht nur aus, um die Katzenwelpen aufzunehmen, die sich nicht selbst ernähren können.
„Derzeit sind alle Plätze belegt“, berichtet Sabrina Böttcher. Im Tierheim gingen täglich neue Anrufe ein, dass Katzen gefunden wurden. Mittlerweile gibt es eine Warteliste. Katzen, die im Tierheim abgegeben werden, kommen zunächst in Quarantäne, bis sie geimpft sind. Erst dann dürfen sie in die Räume mit den anderen Katzen. Derzeit sind auch alle acht Quarantäneboxen des Tierheims besetzt. „Wenn im nächsten Monat die ,Herbstkatzen’ kommen, haben wir keinen Platz“, sagen die Tierheimmitarbeiterinnen und hoffen, möglichst viele Tiere vermitteln zu können. Denn die nächsten Fundtiere kommen bestimmt.
