FRIESOYTHE - „Viele Besitzer wissen nicht, wie sie mit Hunden richtig umgehen. Nicht die Hunde sind das Problem, sondern die Menschen.“ Rita Schulte, Leiterin des Tierheims in Sedelsberg, spricht jenen Problemkern an, der jetzt durch die Neufassung des Hundegesetzes in Angriff genommen wird.

Das neue Hundegesetz wurde im Mai im Niedersächsischen Landtag verabschiedet und tritt ab dem 1. Juli in Kraft. Das Gesetz beinhaltet eine Sachkundeerfordernis. Personen, die nachweislich innerhalb der vergangenen zehn Jahre vor der Aufnahme der Hundehaltung mindestens zwei Jahre ununterbrochen einen Hund gehalten haben, gelten als sachkundig und brauchen die Prüfung nicht ablegen.

Für den Rest wird die Prüfung von anerkannten Sachverständigen, Tierärzten oder Hundetrainern abgenommen. „Das ist die richtige, notwendige Entwicklung“, befindet Schulte. Die Friesoyther Tierärztin Dr. Veronika Tholen unterstützt sie: „Besitzer lernen die richtige Erziehung und Haltung von Hunden. Die Anzahl der Fundtiere wird zurückgehen.“

Ein weiteres Element des neuen Gesetzes soll das Aussetzen von Hunden schwerer machen. Pflicht ist nun, alle Hunde ab einem Alter von sechs Monaten kennzeichnen zu lassen, was durch einen Chip geschieht. Jeder Hund bekommt über den Chip eine Identifikationsnummer, um bei einem zentralen Register feststellen zu können, wer der Besitzer ist. Für beide Regelungen gibt es keine Übergangszeit, sie müssen schnellstmöglich umgesetzt werden.

Rita Schulte sieht positive Folgen: „Es ist nicht mehr möglich, Hunde verantwortungslos auszusetzen.“ Man könne durch die Kennzeichnung feststellen, wer der Besitzer von Fundtieren ist. „Das wird viele abschrecken“, ist Schulte sicher. Veronika Tholen berichtet indes, dass viele Hundehalter das neue Gesetz noch nicht kennen. Deswegen weise man in der Tierpraxis stets auf die Pflicht ab dem 1. Juli hin. Sie freut sich über die positiven Folgen des Gesetzes, ist aber auch kritisch: „Einige Besitzer werden ihre Hunde abgeben, weil sie die Kosten durch Hundeschule und Kennzeichnung nicht tragen können.“ Sowohl Tholen als auch Schulte sind sich sicher, dass es trotz des neuen Gesetzes eine Grauzone geben wird.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion