FRIESOYTHE - Einige Schüler verstehen Plattdeutsch (noch) nicht. Für sie wurde die Laudatio von Schulleiter Hömmken ins Hochdeutsche übersetzt.

Von Fritz Kreyenschmidt

FRIESOYTHE - „Mit Plattdütsch wess du klauk, dat giff sogaor Beuker de dat schrieft“, betonte Gerd Hömmken, Schulleiter der Ludgeri-Schule Friesoythe, vor den Schülern der 3. und 4. Klassen bei der schulinternen Siegerehrung im 22. plattdeutschen Vorlesewettbewerb, den die Oldenburgische Landschaft auf Landesebene organisiert.

Hömmken, der die Siegerehrung und Urkundenverteilung in Plattdeutsch in der Pausenhalle der Schule vornahm, wurde von vielen Schülern verstanden.

Doch es gab auch einige Schüler, die des Plattdeutschen nicht mächtig waren; für sie wurden die plattdeutschen Anmerkungen natürlich ins Hochdeutsche übersetzt. Hömmken erinnerte daran, das Plattdeutsch zurzeit der „Hanse“ Handelssprache gewesen sei und an den Küsten von Nord- und Ostsee, von England bis Russland gängige Sprache gewesen sei. Aber auch tief im Hinterland wie in der „Hansestadt Friesoythe“ gesprochen worden sei. Plattdeutsch sei ein hohes Kulturgut, das es zu bewahren gelte, so der Schulleiter. Er forderte die Kinder auf, weiterhin viel Plattdeutsch zu sprechen und zu lesen, damit die Sprache erhalten bleibe; denn Plattdeutsch sei eine sehr schöne Sprache.

Lob zollte er Hanna Moorbrink, die nicht nur für die Durchführung des Wettbewerbs verantwortlich gezeichnet habe, sondern sich mit der Arbeitsgemeinschaft Plattdeutsch sehr für den Erhalt der Sprache engagiere.

Manchmal höre man sogar, wie sie Schüler auf dem Schulhof in plattdeutscher Mundart ermahne. Somit könne man sagen, dass die Erziehung an der Ludgeri-Schule zweisprachig erfolge, meinte der Schulleiter humorvoll. Sein Dank galt der Jury, zu der neben Hanna Moorbrink auch Helena Brinkmann und Petra Sprock-Mucker gehörten, sowie der Schulleiter selbst, wie Moorbrink anmerkte.

Insgesamt beteiligten sich 38 Mädchen und Jungen aus dem 3. Schuljahr und 22 Schüler aus den 4. Klassen. Alle Teilnehmer erhielten hierfür je eine Urkunde. Als beste „Vörläser“ zeichnete er Antje Ackermann, Kevin Kruse, Sandra Plate vom 3. Schuljahr sowie Tobias Lampe und Maren Ahlers vom 4. Schuljahr mit dem plattdeutschen Buch „Mit Plattdütsch wess du klauk“ aus. Doch zunächst zeigte er den Schülern das Buch und verwies auf seine einleitenden Worte. Sein besonderer Dank galt den Schülern, die fleißig geübt hatten, um sich am Wettbewerb beteiligen zu können. Alle Teilnehmer seien Sieger, denn sie hätten viel dazu gelernt. Die besten „Vörläser“ haben sich für den anstehenden Kreiswettbewerb qualifiziert.