FRIESOYTHE - Mit großen Augen starren die insgesamt 35 Jungen und Mädchen auf den Monitor. Gebannt hören sie den Worten von Angelika Menzen, Anästhesistin im St. Marien-Hospital Friesoythe, zu. „Wie überprüfe ich den Blutdruck? Wie kann ich den Sauerstoffgehalt im Blut messen? Und was ist eine Narkose?“ ist nur ein Ausschnitt jener Fragen, die den Schülern und Schülerinnen an diesem Tag beantwortet werden.
2006 hatte Niedersachsen als erstes Bundesland den in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfindenden „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ verpflichtend für die Kinder aller Schulformen von Klasse fünf bis zehn eingeführt. Im Rahmen dieses Tages gewinnen sie Einblicke in verschiedene Berufe. Dabei kann an Aktionen in Betrieben, Hochschulen und Einrichtungen teilgenommen werden.
„Wir bieten unser Programm im St. Marien-Hospital in diesem Jahr zum vierten Mal an. Die Resonanz ist auch dieses Mal wieder extrem groß“, erzählt Rita Timmermann, leitende Krankenschwester der Ambulanz. In der Tat: Die Teilnehmer kommen nicht nur direkt aus Friesoythe und Umgebung, sondern auch aus dem Emsland oder Oldenburg.
Ab acht Uhr betreut Timmermann zusammen mit ihren beiden Kolleginnen Mechthild Schade (Pflegeberatung) und Gabriela Lübbers (Laborleitung) den Nachwuchs. Nach gemeinsamer Vorstellungsrunde und einem Frühstück werden den Kindern verschiedene Abteilungen wie Aufnahmezimmer, Bereitschaftspraxis oder das St. Elisabeth-Pflegeheim gezeigt. Anschließend geht es in die Ambulanz. Hier steigt die Aufmerksamkeit der Teilnehmer, können sie doch selbst tätig werden. Unter der Anleitung von Frau Menzen dürfen sich einige Ausgewählte auf die Patientenliege legen, während andere den Narkoseschlauch oder Beatmungsgeräte in die Hände bekommen. Herz- und Pulsschlag können auf dem Monitor kontrolliert werden. „Man merkt, dass die Gerätschaften ein Höhepunkt für die Teilnehmer sind, aber auch Misstrauen bei einigen wecken“, erklärt Menzen, der man den Spaß an der Abwechslung im Berufsalltag deutlich anmerkt.
Zum Abschluss geht es in Kleingruppen ins Labor, zum Röntgen oder Ultraschall. Die Augen bleiben bei den meisten Teilnehmern weit geöffnet. Der Zukunftstag im St. Marien-Hospital darf als voller Erfolg bezeichnet werden.
