Harpstedt - Die Einrichtung einer Frühbetreuung für ihre Grundschulkinder wünschen sich offenbar Eltern in Harpstedt, dass jedenfalls hat Herwig Wöbse, Mitglied im Samtgemeinderat und Samtgemeindebürgermeisterkandidat der CDU bei einem Gespräch mit Rektor Wolfgang Kunsch erfahren.
In einem Schreiben an Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes führt Wöbse aus, dass es einen Bedarf an einer Beaufsichtigung oder Betreuung von Grundschülern für circa eine Stunde vor dem regulären Schulstart gebe.
Vergleichbar dem Kindergartenbereich sehe er eine potenzielle Nachfrage auch bei der Grundschule Harpstedt und in Dünsen. Vorstellbar sei dies unter der Regie der Jugendpflege oder direkt durch die Samtgemeinde, so Wöbse.
Auch Kinder, die schon früh mit dem Bus an der Schule ankämen, könnten von einem solchen Angebot profitieren, so Wöbse. Er beantragte deshalb, die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen zu klären, den Bedarf zu ermitteln und das Thema im nächsten Schul- oder Sozialausschuss zu beraten.
Ziel, so Wöbse, sollte sein, spätestens zur Schulanmeldung 2014 eine Bedarfsabfrage durchzuführen und bei Bedarf nach den Sommerferien 2014 mit einem Angebot starten zu können. Ein entsprechender Bedarf sei bei der Samtgemeindeverwaltung bislang nicht bekannt gewesen, sagte Bürgermeister Uwe Cordes auf Nachfrage der NWZ . Grundsätzlich sei er nicht abgeneigt, ein solches Angebot zu schaffen.
Allerdings sei die Jugendpflege nicht der richtige Ansprechpartner, die sei von 12 bis 19 Uhr im Einsatz, für eine Frühbetreuung ab sieben Uhr brauche man sicher gesondertes Personal – und dann möglicherweise nicht nur für die Grundschulen Harpstedt und Dünsen, sondern auch für weitere Schulen. Er wolle sowohl den Bedarf als auch die Möglichkeiten prüfen lassen, so Cordes.
Wolfgang Kunsch, Schulleiter der Grundschule Harpstedt, erläuterte auf Nachfrage der NWZ das Problem. Tatsächlich gäbe es bei einigen berufstätigen Eltern schon seit längerem den Bedarf, ihre Kinder schon vor dem regulären Schulbeginn betreuen zu lassen. Diese Kinder könnten zwar auch jetzt schon früher zur Schule kommen, und es habe auch immer jemand ein Auge auf sie.
Er dürfe aber weder Lehrer noch pädagogische Mitarbeiter für eine wirkliche Betreuung abstellen, bei der den Kindern auch ein angemessenes Angebot gemacht werde. Derzeit seien fünf Kinder regelmäßig morgens vor Unterrichtsbeginn an der Schule, bei einem regulären Angebot rechnet der Schulleiter mit einer steigenden Nachfrage.
Kunsch legte Wert auf die Feststellung, dass seine Äußerung im Gespräch mit Wöbse nicht als Kritik an der bisherigen Regelung gemeint gewesen sei: „Sowohl die Gemeinde als auch die Politik in Harpstedt haben unsere Schule in den vergangenen Jahren wirklich toll unterstützt.“
