Hude - Statt Mathe, Deutsch und Sachunterricht stand in der Grundschule an der Jägerstraße am Freitagvormittag die Herz-Lungenmassage auf dem Stundenplan der Viertklässler. Thomas Zyweck, Rettungssanitäter und Ausbilder beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, zeigte den Schülern an einer Übungspuppe die wichtigsten Sofortmaßnahmen am Unfallort.
„Wir versuchen, so wenig wie möglich zu erklären“, so der Rettungssanitäter. „Sie werden eigentlich wie die Erwachsenen anhand von Fallbeispielen unterrichtet.“ Ein mögliches Szenario sei zum Beispiel ein Autounfall. Und das gefiel den Schülern sichtlich.
In Kleingruppen von vier bis fünf Kindern übten sie die Herz-Lungenmassage und unterstützten sich dabei gegenseitig. „Ich find’ das nicht anstrengend“, erklärte Lars (10) nach seinem ersten Versuch. „Das Beatmen fand ich schwieriger.“ Während sich die Schüler ausprobierten, gab Thomas Zyweck zwischendurch Tipps und korrigierte kleinere Fehler. „Ihr beatmet am besten über die Nase“, erklärte der Fachmann. Schließlich seien die Münder meist zu klein, um einen Erwachsenen richtig beatmen zu können. Einige der Mutigeren versuchten es aber trotzdem wie die Großen zu meistern: „Ich finde es nicht so schwierig“, meinte Lila (10). „Im Notfall würde ich mir das wohl zutrauen.“
Das Zutrauen sei dabei ein wesentlicher Bestandteil des Trainings. „Das Ziel der Übung ist, dass die Kinder die Angst davor verlieren etwas falsch zu machen“, wusste der DRK-Mitarbeiter. „Auch das ist wie bei den Erwachsenen: Falsch ist nur, nichts zu machen.“ Da aber einige Kinder schon bei der Jugendfeuerwehr oder beim DRK Hude aktiv seien, sei die Scheu vor der Herz-Lungenmassage in diesem Fall nicht so groß.
Bereits vor vier Jahren hatte die Grundschule an der Jägerstraße an dieser viertägigen Übung teilgenommen. „Die Kinder fanden das damals total klasse“, erinnert sich Klassenlehrerin Christel Neteler. Deshalb habe sie im vergangenen Winter erneut für die jetzigen vierten Klassen beim DRK angefragt. Nacheinander wurden die rund 20 Kinder der Klassen 4a und 4b vom Fachmann in Erster Hilfe unterrichtet.
Neben der Herz-Lungenmassage lernten die jungen Nachwuchsretter auch die stabile Seitenlage kennen sowie das korrekte Verhalten in bestimmten Notsituationen – zum Beispiel, wenn Strom, Wasser und Abwasser im Haus nicht funktionieren. „Ich bin erstaunt, wie gut ihr das bis jetzt gemacht habt“, resümierte Thomas Zyweck schließlich seine ersten Eindrücke. „So mancher Erwachsener stellt sich da doofer an.“ Insgesamt 45 Minuten, eine Schulstunde, dauerte die Übung im Schulforum.
