Dötlingen - Spannend und lehrreich zugleich sein – das will das Naturerlebnis-Camp für Kids auf dem Gelände des Polizeisportvereins (PSV) Bremen in den Goldbergen von Dötlingen. 32 Mädchen und Jungen ab einem Alter von zehn Jahren nehmen daran seit Montag teil.
Die Herbstferien-Veranstaltung ist Teil des Talentcampus, der in Zusammenarbeit mit der VHS Wildeshausen und dem geprüften Natur- und Wildnisführer Volker Wessels sowie Heike Agresti und verschiedenen Referenten bereits zum vierten Mal in und bei der Waldhütte auf dem PSV-Gelände veranstaltet wird.
„Dreimal im Jahr bieten wir in den Oster-, Sommer- und den Herbstferien das Naturerlebnis-Camp hier an“, erklärte Wessels im Gespräch. Die erste Veranstaltung hatte im Herbst vor einem Jahr stattgefunden – ein Versuchsballon, der den Nerv der Kids traf und zum Weitermachen animierte.
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Naturerlebnis-Camp beinhaltet auch Informationen zur Natur und Kultur. Die Organisation liegt bei der Volkshochschule Wildeshausen, die Ausführung in den Händen des Betreuerteams um Volker Wessels.
Unterstützt wird Wessels von einem Dozenten-Team, zu dem auch Horst Ukena zählt. Er ist Sportlehrer und unterrichtet im Camp das Bogenschießen und Seiltechniken. Caroline Ritscher informiert über Kräuter und Naturgeschichte, Heike Agresti zeigt das Schnitzen von Werkzeugen und das Herstellen von Naturfarben.
Während am Montag zum Auftakt eine längere Wanderung zu geschichtsträchtigen Orten unternommen wurde (gefundene Scherben und Gegenstände sollen archäologisch bestimmt werden), standen am Dienstag der Unterricht im Bogenschießen als uraltes Jagdmittel, aber auch das Holzhacken und -sägen sowie das Schnitzen von Handwerkzeug im Mittelpunkt. Was allen Unterrichtseinheiten gemeinsam ist: Sie helfen, sich besser in der Natur und in der Geschichte der Menschheit auszukennen.
Tief in die Geschichte eingetaucht wurde am Mittwoch. Volker Wessels wollte zunächst mit den Gruppen Raseneisenerz aus einer Linse von einer Größe von 500 mal 200 Metern bei der Grundschule Dötlingen suchen. Wessels: „Das gefundene Eisenerz wollen wir wie einst die Eisenzeitmenschen verhütten.“ In Verbindung mit Schrott sollen dann in einer Esse verschiedene nützliche Dinge für den Alltag hergestellt werden.
Wie ein roter Faden zieht sich das Erfahren der Lebensweise und Kultur unserer Vorfahren in Verbindung mit dem jetzigen Ist-Zustand der Natur durch das fünftägige Camp.
Zum Programm gehört auch das Sammeln von Kastanien. Sie werden bei einem Jäger gegen Fleisch vom Wild eingetauscht. Daraus soll am Freitag zum Abschluss des Camps ein Braten werden. „Gegart wird unter der Erde, wie es früher gemacht wurde“, erklärte Heike Agresti. Der Hit dürfte der Nachtisch sein. Dann gibt es eine Bucheckern-Schokolade. Nach einem alten Rezept werden die gesammelten Bucheckern zunächst angeröstet, um die Blausäure zu entfernen. Schließlich kommt die heiße Schokolade über die Bucheckern.
Darauf dürften sich auch Florian (10) und Larissa (12) aus Dötlingen beziehungsweise Barel freuen. Sie waren am Mittwoch gerade mit dem Schnitzen von Holzmessern und dem Zerkleinern von Kräutern beschäftigt... .
