Nordenham/Einswarden - Der Vorstand des Ortsverbandes Nordenham des Deutschen Kinderschutzbundes spricht sich für den Erhalt auch kleiner einzügiger Grundschulen in Nordenham aus – insbesondere für den Erhalt der Grundschule Einswarden.
In einem Schreiben an Bürgermeister Hans Francksen begründet der Kinderschutzbund das so: „Gerade kleine Schulen mit kleinen Klassen sind für jüngere Kinder ein überschaubarer Rahmen, der ihnen emotionale Stabilität und Vertrautheit vermittelt.“
Lernförderung
Wie wichtig kleine Grundschulen sind, sei dem Kinderschutzbund durch Mitarbeit in der Lernförderung unter anderem in der Grundschule Nord deutlich geworden.
Nur durch ein vertrauensvolles Miteinander, persönliches Kennenlernen, Informationen zum Familiensystem, Kenntnis über den Lebenslauf der Kinder, über deren Freizeitgestaltung und persönliche Vorlieben und Interessen könne ein gleichberechtigtes Miteinander erreicht werden.
In kleinen Gruppen können die Kinder „abgeholt“ werden, so der Kinderschutzbund. „Man kann sie ermutigen, positiv bestärken, motivieren, ihre Fähigkeiten kennenlernen und wertschätzen.“
In Einswarden werde ein enger Elternkontakt und eine offene Schule gepflegt. Wörtlich schreibt der Vorstand des Kinderschutzbundes: „Das ist für die Eltern mit Migrationshintergrund besonders wichtig. Je größer das Schulsystem ist, desto weniger fühlen Eltern sich angesprochen und aufgehoben. Hervorzuheben ist auch die sozialpädagogische Arbeit an der Schule. Dies beides ist für die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf besonders wichtig.“
Der Kinderschutzbund nennt weitere Gründe für den Erhalt der Einswarder Schule:
Seit 25 Jahren setzte die Einswarder Schule den wichtigen Anspruch auf Ganztagsbetreuung um. Dies könnte nach Ansicht des Kinderschutzbundes ausgebaut werden zu einem Leuchtturmangebot. Damit könnte die sprachliche Entwicklung der Kinder besser begleitet werden. Zudem könnte die Schule sowohl für berufstätige Eltern als auch für solche, die Unterstützung bei der Erziehung brauchen, noch attraktiver werden.
Besondere Verpflichtung
Einswarden sei 1999 als einer der ersten Stadtteile in das Programm Soziale Stadt aufgenommen worden. Damit sei der Kinderschutzbund ebenso wie die Stadt eine besondere Verpflichtung eingegangen. Es seien erhebliche Steuermittel und bürgerschaftliches Engagement aufgewendet und rund sieben Millionen Euro investiert worden.
Das Kinderhaus Blauer Elefant in Einswarden sei der zentrale Standort, um das Leitbild Familienfreundlichkeit, Generationengerechtigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Integration aller Bevölkerungsgruppen in enger Zusammenarbeit mit Kindergarten und Grundschule zu verbessern. Bei Schließung der Grundschule würde einer der wichtigsten Bausteine herausgelöst. Damit würde die über Jahre gewachsene erfolgreiche Arbeit des Blauen Elefanten gefährdet.
