Abbehausen - Genau 50 Jahre sind es her, da feierten sie ihren Schulabschluss. Damals, anno 1963, gab es die „Jammerlappen“ nämlich noch zu Ostern. Jetzt trafen sich 24 der einst 36 Schüler der ehemaligen Klasse 9 der damaligen Volksschule Abbehausen in der Gaststätte Butjadinger Tor, feierten das Wiedersehen und tauschten Erinnerungen aus.

Auch damals lief im Schulwesen nicht immer alles nach Plan. Horst Rebmann erinnert sich: „Just als wir in den Abschlussjahrgang wechselten, wurde das 9. Schuljahr eingeführt. Man stockte unsere Klasse mit Schülern aus Esenshamm auf. Es war ein chaotisches, ein verlorenes Jahr. Wir hatten keine Lehrer, jeden Tag war um 10 Uhr Unterrichtsschluss, wir schrieben keine einzige Arbeit. Doch das wirklich Schlimme: 14 von uns hatten Ende der achten Klasse bereits eine feste Lehrstelle. Aber man verbot uns, die Schule zu beenden. Durchs neue 9. Schuljahr haben viele von uns ihre Lehrstelle wieder verloren. Das war hart!“

Ihren Weg haben trotzdem alle gefunden: Sie gingen in die Medizin, wurden Kfz-Meister, Berufsschullehrer, Bahn- und Postbeamte, oder, wie Horst Rebmann, Friseurmeister. Herbert Dreyer, heute in Dessau zu Hause, lernte Schlachter, qualifizierte sich zum Meister, legte auf dem Zweiten Bildungsweg sein Abitur ab, studierte und wurde sogar Professor in den Wirtschaftswissenschaften.

Die meisten der Abschlussschüler kamen nun am Sonnabend auf Einladung von Horst Rebmann und Frauke Kröger in Abbehausen zusammen. Eigentlich sollte auch die 102-jährige Lehrerin Gisela Rehwinkel mit dabei sein. Frauke Kröger hätte sie aus Ahlfeld bei Hannover abgeholt. Doch aus gesundheitlichen Gründen musste die Lehrerin kurzfristig absagen.

Das tat der Stimmung allerdings keinen Abbruch: Das gemütliche Beisammensein begann mit einer Kaffeetafel im Abbehauser Landhotel. Es schloss sich eine Fahrt mit der Butjadinger „Tschu-Tschu“-Bahn quer durch Butjadingen bis hin zu den Salzwiesen an. Dann wurde gegrillt und geklönt – bis in den späten Abend hinein.