GANDERKEKESEE - Die Themen „Mindestlohn“ und „Gemeinsame Schulen“ waren Hauptbestandteil der Gesprächsrunde am Sonnabend bei Stolle in Ganderkesee. Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sowie die Landtagskandidaten der SPD, Renate Geuter und Axel Brammer, nahmen zu den vorgenannten Themen Stellung – der eigentlich zu dem Treffen erwartete „Schattenminister für Wirtschaft und Arbeit“ der Sozialdemokraten, Wolfgang Denia, hatte kurzfristig absagen müssen.

Zum Thema Mindestlohn war sich die Runde einig, dass 7,50 Euro zwar eigentlich nicht ausreichend seien, aber doch erst einmal eine Basis darstellten, für die es sich zu streiten lohne. Dazu Axel Brammer: „Unser viel zu schlechtes Lohnniveau hat zur Folge, dass uns die Facharbeiter von den anderen Ländern weggenommen werden, die wir im eigenen Land dringend bräuchten.“

„Gemeinsame Schulen", ein Ziel der SPD, war das zweite Thema der Gesprächsrunde, denn die „Flucht der Schüler aus den Hauptschulen“ nehme rapide zu, hieß es. „Firmen und Lehrherren suchen heute doch fast nur Abiturienten oder Realschüler aus, Hauptschüler bleiben da auf der Strecke“, so Brammer.

Renate Geuter ergänzte: „Das jetzige Schulsystem führt dazu, dass nicht alle Schüler die gleichen Chancen bekommen. Schüler der Grund- bzw. Hauptschulen mit besonderen Stärken z.B. in Mathe, aber Schwächen in anderen Fächern, haben im jetzigen Schulsystem kaum Chancen die Realschule oder das Gymnasium zu besuchen.“ Eine Gemeinsame Schule bis zum 10. Schuljahr habe da viel mehr Möglichkeiten der gesonderten Förderung dieser Schüler, damit diese das angestrebte Ziel eines höheren Schulabschlusses erreichen, warb Geuter für das SPD-Modell.

Das dreigliedrige Schulsystem, welches die Kinder nach dem 4. Schuljahr auf Hauptschule, Realschule oder Gymnasium verteile, rufe „große Ängste bei vielen Eltern“ hervor. Die daraus resultierende stärkere Inanspruchnahme von Nachhilfestunden sei aber an die finanzielle Leistungsfähigkeit der Eltern gekoppelt und verstärke die ohnehin gegebene Chancenungleichheit.