GANDERKESEE - GANDERKESEE - „Mit dem Fahrrad!“ „Zu Fuß!“ – Diese Antworten überwogen gestern im Ratssaal auf die Frage von Bürgermeister Gerold Sprung „Wie bist du denn heute zur Schule gekommen“ eindeutig. „Eins, setzen“, möchte man da sagen, denn das Ziel des Projektes „Zu Fuß zur Schule“ war erreicht. Und da man sich des Themas gar nicht früh genug annehmen kann, hatten Gemeinde und Agendagruppe „Fairkehr“ das Projekt gleich auf die Kindergärten im Ort Ganderkesee ausgedehnt.
Die Kindergärten „Kleine Wolke“ und Habbrügger Weg sowie die Grundschulen Dürerstraße und Lange Straße hatten sich den Themen Straßenverkehr und Bewegung auf unterschiedliche Weise genähert. Gestern berichteten Lehrer, Erzieherinnen, Schüler und Kindergartenkinder von ihren Aktionen. Zur Belohnung gab es Urkunden vom Bürgermeister.
Die Grundschule Lange Straße hatte die Aktion „Fit mit jedem Schritt“ ins Leben gerufen. Auf einer Stempelkarte gab es für jeden Tag der Woche einen Eintrag, den das Kind zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule gekommen war. Und selbst eine Fahrt mit Mama oder Papa im Auto konnte mit der Teilnahme an Tänzen wett gemacht werden. Diese fanden bei Schülern und Lehrern derart großen Anklang, dass sie ab dem neuen Schuljahr zum Tagesprogramm gehören werden. Aufhorchen lassen hat das Projekt sogar in Bremen, wie Lehrer und „Verkehrsobmann“ Helmut Grigoleit berichtete. Die Initiatoren der Elterninitiative „Borgfelder Schulexpress“, die einen gemeinsamen Schulweg mehrerer Schüler organisiert, wollen ihr Projekt nach den Ferien an der Langen Straße vorstellen.
Auch an der Dürerstraße denkt man – ganz im Sinne der Agenda – langfristig. Zu Schulveranstaltungen wie zur Bücherei und zum Schwimmen werde grundsätzlich zu Fuß gegangen oder das Rad genutzt, wie Schulleiter Ernst Lucht betonte. Angestrebt sei nun, bei den Eltern eine Bewusstseinsänderung zu bewirken. Im Umkreis der Schule sollen Schüler-Treffpunkte entstehen, von wo aus die Kinder den Weg zur Schule gemeinsam fortsetzen. Zudem sollen für die Eltern 200 bis 500 Meter von der Schule entfernt Parkplätze markiert werden, von wo aus es zu Fuß weitergehen soll. Damit würden, so Lucht, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der Hol- und Bringverkehr vor der Einrichtung werde verringert und die Bewegung der Kinder gefördert. Und manch ein Elternteil werde vielleicht ganz auf die Fahrt mit dem Auto verzichten.
In der „Kleinen Wolke“ gehört ein Verkehrsprojekt zum alljährlichen Kindergartenjahr. Selbst gebastelte Ampeln und Kellen haben den Kindern die Verkehrsregeln ebenso näher gebracht wie Spaziergänge, wobei das Augenmerk besonders den Verkehrsschildern galt.
Ebenfalls schon Tradition hat die Fahrradrallye des Kindergartens Habbrügger Weg. Mit ihr sollen die Vorschulkinder fit gemacht werden für den Weg zur Schule. Gestern Nachmittag war es wieder so weit: 50 Kinder mit ebenso vielen Eltern fuhren mehrere Stationen in der Gemeinde an.
Elke Mestemacher von „Fairkehr“ kündigte für das nächste Jahr eine Ausweitung des Projektes auf Kindergärten und Schulen in der ganzen Gemeinde an.
